Biography of Mathilde Prinzing
Mathilde Prinzing kam als zweites von drei Kindern des Arztes Dr. Friedrich Prinzing und seiner Frau Henriette Sophie am 20. August 1888 in Ulm zur Welt. Ihre Brüder Fritz und Oskar wurden ebenfalls Ärzte, Fritz war bis 1939 auch amtsärztlicher Vertreter des Leiters des Gesundheitsamts beim Erbgesundheitsgericht.
Mathilde meldete sich zu Beginn des Ersten Weltkrieges als Hilfsschwester zum Roten Kreuz, kehrte aber aus den Karpaten im Januar 1916 mit einer psychischen Erkrankung nach Ulm zurück, die sich bei einer Kur mit ihrer Mutter nicht besserte. Von der Universitäts-Nervenklinik Tübingen wurde sie im April 1917 in die Heilanstalt Weissenau überwiesen. Ihr Zustand blieb sehr wechselnd. Die Familie hielt guten Kontakt zu ihr.
Am 11. September 1940 erhielt ihr Bruder Oskar die Mitteilung, dass seine Schwester am 9. September in eine andere Anstalt verlegt worden sei. Da er als Arzt um die „Verlegungen“ aus Heilanstalten und die danach erfolgten Tötungen wusste, schrieb er umgehend an das Innenministerium in Stuttgart und bat, seine Schwester bei der Durchführung der Maßnahmen auszunehmen.
Doch Mathilde Prinzing war bereits am 20. August 1940 aus der Anstalt Weissenau abgeholt und in einem Sammeltransport in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und dort ermordet worden. Ihre Angehörigen erhielten die gefälschte Mitteilung, sie sei am 26. September in Brandenburg verstorben.
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