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Fanny Abraham, Irene Hirsch

Biography of Fanny Abraham, geb. Ochs and Irene Hirsch

FANNY ABRAHAM, geb. Ochs
ist am 19.01.1862 in Herleshausen als Tochter von Callmann Ochs und Röschen, geb. Heilbrunn (aus Abterode), im Haus Am Anger 1 geboren. Das Grab ihrer Eltern ist auf dem jüdischen Friedhof noch vorhanden.
Fanny hatte sechs Geschwister, darunter Peritz Ochs, dessen Geschäft Am Anger 1 (siehe Foto unter „Medien“) wohl von der Familie nach seinem Tod (1895) bis zum Verkauf des Hauses an Richard Scheerschmidt weitergeführt worden ist. Fanny‘s Bruder Süßmann Ochs ist der Großvater von Rosi Hanna Ochs aus dem Nachbar-Haus Am Anger 2.
Fanny war mit dem Handelsmann Süßmann Abraham aus Ehringshausen bei Wetzlar verheiratet. Zu ihrer Familie, die später nach Gießen verzieht, gehören fünf Kinder, wovon Adolf als Schwerstkriegsversehrter aus dem I. Weltkrieg zurückgekehrt ist. 1939 wohnt Fanny als Witwe in einem jüdischen Altersheim in Bad Nauheim.
Am 27. Sept. 1942 wird sie mit weiteren 78 Bewohnern des Altenheimes ab Darmstadt in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Die Nacht bis zum Weitertransport nach Darmstadt müssen die alten Menschen aus Bad Nauheim in einer Turnhalle in Friedberg verbringen. Fanny wird am 16. Januar 1943 im Alter von 80 Jahren in Theresienstadt ermordet. Offizielle Todesursache: „Altersschwäche“.

IRENE HIRSCH
ist am 04.07.1904 in Herleshausen als Tochter von Karl Hirsch und dessen Ehefrau Regina, geb. Stern, geboren. Irene‘s Großmutter, Karoline Gidel Müller, ist 1840 in Herleshausen geboren. Sie ist mit Joseph Hirsch aus Waldgirmes (bei Wetzlar) verheiratet gewesen. Die Cousine der Großmutter, Hanna Müller, war mit Peritz Ochs, Am Anger 1, verheiratet, was dem umfangreichen Stammbaum der jüdischen „Müller-Familie“ zu entnehmen ist, den Eric Brück aus Frankfurt/M. dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat.
Möglicherweise sollte Irenes Vater Karl Hirsch das Geschäft von Peritz Ochs übernehmen oder im Auftrag der Erben weiterführen. Er ist aber bereits 1907 verstorben und auf dem jüdischen Friedhof in Herleshausen beerdigt. Seine Witwe zieht danach mit Irene und ihrer ein Jahr früher in Herleshausen geborenen Schwester Käthe zurück nach Waldgirmes.
Irene ist nicht verheiratet. Sie emigriert bereits im Mai 1939 nach Holland, wird nach Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Westerbork interniert und von dort aus am 21. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert, wo sie am 19. August 1942 im Alter von 38 Jahren ermordet wird. Ihrer Schwester Käthe gelang 1938 die Flucht nach Holland und von dort weiter nach USA, sie ist 1998 in New York gestorben.

Die Stolpersteine, die an das Schicksal von Fanny Abraham und an Irene Hirsch erinnern, wurden am 02.06.2023 verlegt.

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WERRATALVEREIN, Zweigverein Südringgau e.V., Herleshausen

ARBEITSKREIS "Stolpersteine Herleshausen und Nesselröden"
HELMUT SCHMIDT, Vorsitzender
Nordstraße 12, 37293 Herleshausen
Telefon: 05654 1010, E-Mail: helmut@schmidt-hlh.de
MARKUS MÜLLER, Mitarbeit
E-Mail: wtv.srgg.medien@mailbox.org