Skip to content

Max, Sara, Ernest Löb

Biography of Max Löb, Sara Löb and 3 more

Max (*11.10.1868 Mutterstadt), Handelsmann, und Sara (*01.05.1869 Mutterstadt) Löb lebten in der Speyerer Str. 1. Fünf Söhne hatten sie: Jakob, Friedrich, Emil, Adolf und Ernest. Adolf starb schon im Kleinkindalter, Friedrich war 35 Jahre alt, als er 1936 in Mutterstadt starb. Jakob (* 12.01.1900, Mutterstadt) und seine Frau Eva, geb. Handke (*15.02.1902 Bückeburg), flüchteten 1938 nach Frankreich. Emil (*03.03.1904, Mutterstadt) floh im Oktober 1937 nach Argentinien und Ernest (*21.05.1908 Mutterstadt) emigrierte 1939 über England in die USA.

Max und Sara wurden nach Gurs deportiert. Max war in Ilôt B, Baracke 15. Mithilfe französischer Geschäftsfreunde des ältesten Sohnes Jakob, wurden beide im Februar 1941 aus dem KZ befreit. „Sie lebten dann verborgen, unter sehr primitiven Umständen, bis zum Ende des Krieges“, schreibt der Sohn Ernest in einem Brief.
Erst 1951 kehrten sie in das Haus in Mutterstadt zurück. Sie wären wohl schon früher zurückgekommen, wenn ihr Haus frei gewesen wäre. Am 25. Mai 1946 antwortete ihnen Heinrich Hartmann, damaliger Bürgermeister, auf ihre Anfrage, ob sie zurückkehren könnten, dass ihr Haus in der Speyerer Str. 1 zwar vom Krieg beschädigt, aber bewohnbar sei. Drei Familien müssten allerdings ausziehen, damit Löbs wieder einziehen könnten. Nur wüsste er derzeit nicht wohin mit den Familien, keine einzige Wohnung sei frei, es fehle an Baumaterial und Arbeitern. „Überzeugt können Sie aber davon sein, dass wir für unsere stets hochgeschätzten jüdischen Mitbürger alles, was in unserer Macht steht, tun werden.“
Max Löb starb am 22.02.1953 in Ludwigshafen, Sara am 04.05.1953 in Mundenheim. Beide sind hier in Mutterstadt auf dem jüdischen Friedhof beerdigt worden.

Ernest Löb machte nach der Volkschule in Mutterstadt und der Realschule in Mannheim eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete als Handelsvertreter in der Tabakbranche.
Am 10.11.1938, er war dreißig Jahre alt, wurde auch er verhaftet und nach Dachau als „Schutzhäftling“ gebracht. Nach sechs Wochen kam er zurück und inzwischen hatte sein Bruder Jakob, der in Paris lebte, seine Auswanderung vorbereitet. Am 16. März 1939 floh Ernest nach Paris und vier Wochen später nach England. Am 11. Mai kam er schließlich in New York an. Im August 1942 wurde er von der U.S.-Armee eingezogen und „brachte es zum Sergeanten“ . So kam er im März 1945 als amerikanischer Soldat nach Deutschland und erlebte hier das Kriegsende. Auch seine Eltern sah er - in Frankreich - wieder. Zurück in den USA heiratete er 1949 und kam 1952 mit seiner Frau Lottie nach Mutterstadt, um seine Eltern zu besuchen.
Durch Herbert Metzger, Gründungsvorstand des Historischen Vereines, Ortsgruppe Mutterstadt, entstand ein reger Briefkontakt, der auch zu einem persönlichen Kennenlernen führte. Während der Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Brands der Mutterstadter Synagoge wurde ein Brief mit den Erinnerungen von Ernest Löb an diesen Tag, der „unauslöschlich in seinem Gedächtnis eingeprägt war“ , vorgelesen. Dieser schließt mit dem Aufruf an die jüngeren Generationen: „VERGESST NIE die Ereignisse jenes Tages.“
Am 15.11.1993 starb Ernest Löb in New York.

Ferdinand Löb I (*01.05.1866 Mutterstadt), Handelsmann, wohnte mit seiner Frau Marie geb. Oberdorfer (*25.05.1878, Pflaumloch) in der Speyerer Str. 1. Er war als Eigentümer des Hauses eingetragen. Sohn Alfred (*15.01.1905, Mutterstadt) wurde nur 13 Jahre alt, die Mutter starb bereits 1929. Tochter Liese (Recha) (*10.09.1911, Mannheim) gelang die Flucht nach Nordamerika am 20. Januar 1940. Sie heiratete dort Martin Himmel und starb am 31.12.1987. Im November 1926 wurde Ferdinand Löb als Sozialdemokrat Mitglied des Gemeinderats. Schon früh geriet er mit dem 2. Bürgermeister Becker, der seinen Judenhass nicht verbarg, aneinander. Als einziger Jude im Rat setzte er sich im Oktober 1927 dafür ein, dass der jüdische Oberlehrer Michael Rosenstiel bei seiner Entlassung von Seiten der Gemeinde für seine lange Dienstzeit eine Ehrung erhielt. Im März 1933 wurde er - wie viele andere auch - gezwungen, sein Mandat niederzulegen. In der Nachfolge von Rosenstiel übernahm er im Februar 1938 die Vorbeterstelle der jüdischen Gemeinde. Am 20. Dezember desselben Jahres schrieb er an das Bürgermeisteramt Mutterstadt, dass er ab jetzt „auf Grund des Erlasses“ den zweiten Vornamen „Israel“ führen werde.
Zusammen mit all den anderen Mutterstadter Juden, darunter auch seine Geschwister, wurde er am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Erhalten sind einige Briefe, die er von dort aus an seine Tochter Liese in die USA schrieb. In den Briefen geht es überwiegend um den Alltag im Lager, die Gesundheit, die schlechte Versorgung, die Sorgen - Ferdinand Löb war über 70 Jahre alt. Am 23.03.1943 kam er in das Internierungslager Masseube, wo er am 13. Dezember starb.

Media

Photos

Free thanks to your help

This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.

Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.
Support

Stolpersteine nearby

All Stolpersteine in Mutterstadt

Sources & Imprint

Gemeindeverwaltung

Angaben gemäß § 5 des TMG (Telemediengesetz): Gemeindeverwaltung Mutterstadt
Oggersheimer Straße 10
67112 Mutterstadt

Die Gemeinde Mutterstadt ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Sie wird vertreten durch: Bürgermeister Thorsten Leva
Kontakt
Telefon: 06234/9464-0
Telefax: 06234/9464-90
E-Mail: info@mutterstadt.de

Verantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV: Bürgermeister Thorsten Leva
Oggersheimer Straße 10
67112 Mutterstadt

Aufsichtsbehörde
Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis
Europaplatz 5
67063 Ludwigshafen am Rhein

Kontakt
Telefon: 0621/5909-0
Telefax: 0621/5909-5000
E-Mail: post@kv-rpk.de

USt-Identifikationsnummer:
USt-ID: DE 175777044

Die Gemeinde Mutterstadt ist lediglich im Rahmen ihrer Betriebe gewerblicher Art (§1 Abs. 1 Nr. 6, § 4 des Körperschaftsteuergesetzes) gewerblich und beruflich tätig. Darüber hinaus ist die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer für innergemeinschaftliche Erwerbe (§ 1 a UstG) der Gemeindeverwaltung Mutterstadt anzugeben.

Streitschlichtung
Wir sind nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.

Haftung für Inhalte
Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs. 1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen.

Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen.

Haftung für Links
Unser Angebot enthält Links zu externen Websites Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar.

Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.

Urheberrecht
Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet.

Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen.