Biography of Edgar Alexander
Dr. Edgar Alexander - Chopinstr. 29
Edgar Alexander wurde am 30. März 1868 in Graudenz/Ostpreußen geboren. Nachdem die Eltern mit den fünf Kindern 1874 nach Leipzig umgezogen waren, erwarb Edgar Alexander zunächst die Hochschulreife am Königlichen Gymnasium zu Leipzig und absolvierte schließlich zwischen 1888 und 1892 sein Medizinstudium an der hiesigen Universität.
Im Alter von 25 Jahren schloss er die Promotion ab und erhielt seine Approbation, um als Arzt tätig sein zu können. Nach Stationen am Berliner Krankenhaus am Friedrichshain und an der Königlichen Frauenklinik Dresden kehrte er 1899 nach Leipzig zurück und gründete eine eigene Praxis in der Tauchaer Straße 2 (heute Rosa-Luxemburg-Straße). Aus den Verwaltungsberichten des Vorstandes der Israelitischen Religionsgemeinde ist bekannt, dass sich Edgar Alexander in besonderer Weise um die Armenfürsorge verdient machte, indem er unentgeltliche Behandlungen anbot. Sein rasch wachsendes Ansehen als Frauenarzt ermöglichte ihm die Gründung einer eigenen Privatklinik, die er im Jahr 1906 in der Marienstraße 29 (heute Chopinstraße) etablierte. In der 2. Etage des Gebäudes waren sowohl seine Wohnung als auch die Praxis- und Klinikräume eingerichtet.
Sein herausragendes Wirken zeigte sich auch in seinem regen Engagement in verschiedenen Standesorganisationen und Vereinen, beispielsweise als Vorstandsmitglied in der Ortsgruppe Leipzig des Verbandes der Ärzte Deutschlands oder im Hartmannbund.
1910 heiratete er Katharina (Käthe) Baer, die er in Berlin kennengelernt hatte. Die Ehe blieb kinderlos. Während der Zeit des 1. Weltkrieges leistete Edgar Alexander Kriegsdienst und bekam 1915 das Leipziger Bürgerrecht verliehen. Im August 1918 war er an der Gründung des gemeinnützigen „Israelitischen Krankenhauses“ beteiligt, wo er in der Folge zusätzlich als Arzt tätig war. Sein Engagement für die jüdische Gemeinde zeigte sich auch an seinem Wirken im Centralverein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, in dessen Vorstand er 1936 berufen wurde.
Seit 1933 durfte er aufgrund der diskriminierenden Gesetzgebung der Nationalsozialisten seine nichtjüdischen Patientinnen nicht mehr behandeln. Am 30. September 1938 wurde ihm aufgrund seines jüdischen Glaubens die Approbation entzogen, womit seine berufliche Existenz schließlich zerstört wurde. Er durfte sich fortan nur noch „Krankenbehandler“ nennen und war der einzig verbliebene jüdische Facharzt für Frauenkrankheiten in Leipzig.
Im März 1939 beendete er seine berufliche Karriere. Er zog nach Berlin-Charlottenburg um, wo er seiner Familie näher sein konnte. Seine Ehefrau Käthe Alexander war bereits am 15. Oktober 1937 nach schwerer Erkrankung verstorben, ihr Grab befindet sich auf dem Alten Israelitischen Friedhof in Leipzig. Am 20. Juli 1942 wurde er zusammen mit seiner Schwägerin Else van Oss von Berlin aus ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort starb Edgar Alexander am 1. Dezember 1942.
Patenschaft: Humboldt-Gymnasium Leipzig
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