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Fried, Moses und Familie

Biography of Moses Fried, Elise Fried and 4 more

Familie Moses Fried – Tschaikowskistr. 27

Moses Fried kam als ältestes Kind von Jakob und Chaja Fried (siehe Stolperstein Liviastr. 5) am 11.4.1885 in Brzezany (Galizien) zur Welt. Seit Juni 1903 lebte er in Leipzig und betrieb seit 1910 eine Schuhwarenhandlung in der Windmühlenstr. 1-3. Im Jahr 1912 heiratete er die am 17.2.1893 in Leipzig geborene Elise Petruschka. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Hermann am 19.7.1913, Silvia am 18.8.1915, Manfred am 20.6.1917 und Lothar am 25.5.1926.

Die Schuhwaren-Großhandlung muss in den 1920er Jahren ziemlich erfolgreich gewesen sein, denn zusammen mit seinem Bruder Abraham erwarb Moses zwei Grundstücke in Plagwitz und der Südvorstadt als Altersvorsorge. Auch das Haus in der Liviastraße 5, wo ihre Mutter wohnte, gehörte den Brüdern. Deutlich wird dies durch die aktenkundige Enteignung der Familie ab 1938. Für die Flucht aus Deutschland benötigte die Familie Geld und verkaufte die Häuser. Sie konnte jedoch über das Vermögen nicht frei verfügen. Mittels sog. „Sperrkonten“ musste jede finanzielle Belastung bei den Behörden angezeigt werden und diese musste ihre Einwilligung zur Auszahlung geben. Trotz der vielen Zwangsmaßnahmen gelang es den Eheleuten, ihre vier Kinder zu retten.
Im Zuge der Pogromnacht wurde Moses Fried am 10.11.1938 verhaftet und in das KZ Buchenwald gebracht. Unter der Maßgabe, Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen, kam er einen Monat später wieder frei.
Hermann verließ im November 1936 Leipzig. In Italien gelang es ihm, eine Passage nach Südafrika zu bekommen. Manfred hielt sich seit dem Sommer 1937 in Wien auf. Ihm gelang im April 1938 die Flucht zu seinem Bruder nach Kapstadt. Im Dezember 1938 konnte Silvia folgen. Im Februar 1939 gelang es, Lothar zu Verwandten nach England zu schicken.
Das Schicksal der Eltern blieb für die Kinder ungewiss. Noch 1947 schrieb Lothar, mittlerweile in Israel, an seinen älteren Bruder Manfred in Südrhodesien (heute Simbabwe): „From the parents I have not heard anything so I am affraid there is not much hope left.“*
Die Eltern wurden am 21.1.1942 in das Ghetto nach Riga deportiert. Am 2.11.1943 wurde Moses Fried (58 Jahre) nach Auschwitz gebracht und ermordet. Mit der Auflösung des Ghettos in Riga kam Elise Fried (51 Jahre) am 4.8.1944 in das KZ Stutthof, wo sie ums Leben kam.

* Familienunterlagen: „Von den Eltern habe ich noch nichts gehört, und ich fürchte, es gibt nicht mehr viel Hoffnung.“

Paten: Janina Hauschild, Jörg Bräunig

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