Biography of Friedrich "Fritz", Julie and Jette Mayer
Am Weinhof 6 gab es von 1901 bis 1939 eine kleine Privatbank. Der Eigentümer war Emil Mayer, geboren 1871 in Ulm und dort 1938 verstorben. 1902 heiratete er die 1881 geborene Julie Kiefe aus Baisingen. Dem Ehepaar wurden vier Kinder geboren: Gertrud (1904), Friedrich (1906), Marie (Januar 1908) und Lotte (Dezember 1908). Gertrud ist bereits 1907 verstorben. Friedrich, zeitlebens Fritz genannt, führte nach dem Tod seines Vaters zusammen mit seiner Mutter das Bankgeschäft. Fritz wurde in der Pogromnacht im November 1938 aus dem Bett geholt und ins KZ Dachau gebracht. Dort wurden ihm, der an Leukämie erkrankt war, lebensnotwendige Medikamente vorenthalten. Er verstarb an den gesundheitlichen Folgen seiner Inhaftierung am 17. März 1939. Marie und Lotte wanderten 1935 nach Palästina aus. Marie blieb dort bis zu ihrem Tod 1980. Lotte heiratete in Palästina Willi Frenkel, mit dem sie nach Amerika ging und in New York 2010 verstarb. Die Mutter Julie Mayer, geb. Kiefe wurde durch die NS-Behörden nach dem Tod ihres Sohnes gezwungen die Bank zum 31. März 1939 zu liquidieren. Am 6. August 1939 erfolgte noch die Zwangsräumung ihrer Wohnung, worauf sie am 17. Juli 1939 nach Stuttgart verzog und dort schon am 12. Juni 1940 verstarb. Im Haus der Familie wohnte auch die 1870 geborene Schwester von Emil Mayer, Jette Mayer. Sie wurde am 1. September 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie nur einen Monat später am 4. Oktober 1942 ermordet wurde.
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