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Familie Hille

Biography of Mathilde Hille geb. Mayer and Willy Hille

Mathilde Hille war Jüdin, aber schon 1898 zum katholischen Glauben konvertiert. 1907 heiratete sie in Düsseldorf den Kaufmann Willy Hille, der evangelisch-reformiert war. Für Willy Hille war es die dritte Ehe, er hatte mehrere Kinder. Im Mai 1918 zogen die Eheleute nach Kleve und erwarben einige Jahre später ein Grundstück an der Hagschen Straße. Durch den Umbau des bestehenden Gebäudes und den Anbau eines weiteren Wohnhauses entstand ein größerer Wohnkomplex. 1926 bezogen Mathilde und Willy Hille hier eine Wohnung. Die übrigen Wohnungen vermieteten sie. Wahrscheinlich hatten sie gedacht, auf diese Weise für das Alter vorgesorgt zu haben. Doch waren auch sie von der antisemitischen Politik der Nationalsozialisten betroffen. 1938 fassten die Eheleute Hille den Entschluss, Kleve zu verlassen und ihren Grundbesitz zu verkaufen. Die genauen Umstände des Verkaufs sind nicht zu klären. Jedoch spielte sicherlich eine Rolle, dass Mathilde Hille, wie es in einem Kaufvertrag hieß, zwar seit mehr als vierzig Jahren Katholikin, aber doch Jüdin im Sinne der Nürnberger Gesetze war. Daher unterlag der Verkauf ihrer „ideellen“ Grundstückshälfte besonderen Genehmigungen und Beschränkungen. Mathilde und Willy Hille zogen 1938 zunächst nach Düsseldorf, 1940 weiter nach Wipperfürth. Nach den Kategorien der Nationalsozialisten lebte Mathilde Hille durch ihren „arischen“ Ehemann in einer „privilegierten Schutzehe“. Dies befreite sie aber nicht davon, seit Januar 1939 den zusätzlichen Vornamen „Sara“ anzunehmen und seit September 1941 den „Judenstern“ zu tragen. Mit dem Tod ihres Ehemannes im Mai 1942 fiel auch der letzte Schutz weg. Mathilde Hille kehrte nach Düsseldorf zurück. Sie war gezwungen, in ein sogenanntes „Judenhaus“ zu ziehen. Die Ghettoisierung in den „Judenhäusern“ seit 1941 diente der Vorbereitung der Deportation in die Ghettos und Vernichtungslager in Osteuropa. Bevor Mathilde Hille in dem Haus Duisburger Straße 77 ankam, waren fünf frühere Bewohner bereits in die Ghettos Minsk bzw. Izbica deportiert worden. Einen Monat blieb sie im „Judenhaus“. Dann wurde sie zusammen mit fünf hochbetagten Mitbewohnern in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo alle nach kurzer Zeit verstarben. Mathilde Hille starb am 28. September 1942 im Alter von 70 Jahren.

Mathilde Hille geb. Mayer (Köln 1872 – 1942 Theresienstadt, Ghetto)
Willy Hille (Köthen 1866 – 1942 Wipperfürth)

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Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.

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Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.

Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de