Biography of Max Meier, Klara Meier geb. Wolf and Ivan Meier
Stolpersteinverlegung am 18.03.2023
Max Meier, Klara Meier geb. Wolf, Dr. Ivan Meier
Die Eltern von Max Meier stammen nicht aus Nonnenweier.
Sein Vater Kallmann Meier kam aus Orschweier, seine Mutter Rahel aus Rust.
Die beiden sind nach der Heirat nach Nonnenweier gezogen, wo Kallmann Meier seinen Viehhandel betrieb.
Am 23. September 1872 wurde in Nonnenweier Sohn Max geboren, das erste von insgesamt sechs Kindern. Max übernahm später den Viehhandel von seinem Vater.
Max heiratete im Jahr 1898 Klara Wolf, geboren am 28. Mai 1876 in Gailingen am Bodensee. Über so weite Entfernungen kamen Ehe nur zustande, weil diese durch einen jüdischen Ehevermittler in die Wege geleitet wurden.
Zwei Jahre nach der Hochzeit gebar Klara eine Tochter. Doch das kleine Mädchen war zu schwach und starb einen Monat nach der Geburt. Umso mehr freuten sich Klara und Max, als dann am 21. November 1901 Sohn Ivan geboren wurde. Er sollte es einmal besser haben, als seine Vorfahren, deshalb wurde seine Schulausbildung auf einem Lahrer Gymnasium und sein Jurastudium an der Universität in Freiburg besonders gefördert.
Während der Studienzeit begann er für die 220-Jahrfeier der jüdischen Gemeinde Nonnenweier im Jahr 1927 eine umfangreiche Festschrift, in der er die gesamte Gemeindegeschichte seit Gründung im Jahr 1707 dargestellte.
Nach seinem erfolgreichen Studienabschluss im Dezember 1923 und seiner Promotion zum Dr. jur. am 22.04.1924 begann seine Referendarzeit und ab 1927 arbeite er als Rechtsanwalt in Freiburg.
Ab 1928 sicherte er sich ein zweites berufliches Standbein in Berlin, wo er u.a. auch die Eidgenössische Bank in Zürich in deutschen Rechtssachen vertrat. Nebenher nahm er Verhandlungen beim Amtsgericht in Lahr und beim Landgericht in Offenburg wahr. Nach dem Entzug der deutschen Rechtsanwaltszulassungen am 15.05.1933 wurde er zunächst von Freunden in Berlin finanziell unterstützt, doch schon bald zog er ins Elternhaus nach Nonnenweier zurück, von wo er 1936 in die USA emigrierte.
In New York musste er nochmals mit dem Jurastudium beginnen, das er allerdings erst nach Kriegsende 1945 abschließen konnte. Danach konnte er endlich eine Rechtsanwaltspraxis in New York gründen, die er bis zu seinem Tod mit 98 Jahren im April 1999 betrieb.
Im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion wurden Max und Klara am 22. Oktober 1940 gemeinsam mit über 6.500 Juden aus Baden und der Saarpfalz in sieben Zügen ins südfranzösische Lager Gurs abgeschoben. Von dort wurden die beiden ins Lager Noé, 20 km südwestlich von Toulouse, umgesetzt. Im August 1943 kamen sie krank ins Hospiz Nagoro, wo sie den Holocaust überleben konnten und Max im Februar 1946 im Altere von 74 Jahren verstarb. Klara konnte danach zu ihrem Sohn Ivan in die USA auswandern, wo sie am 18.03.1962 im Alter von 85 Jahren starb.
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Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.Stolpersteine nearby
Bertha Baum geb. Meier50 m
Markus Meier Wertheimer90 m
Jette Rosenberger110 m
Samuel Lehmann110 m
Gedenktafel Synagoge Nonnenweier120 m
Jeanette Meier geb. Valfer170 m
Sources & Imprint
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025