Skip to content

Georg GREINER

Biography of Georg Greiner

Georg Greiner wurde am 9. April 1884 in Krapfenreut bei Ebersbach geboren.

Über seine Kindheit wissen wir nichts, auch nicht wann er nach Stuttgart kam. Vielleicht war es der Arbeit wegen, denn Georg Greiner arbeitete bei der Bahn als Oberschaffner. Das Begleitpersonal eines Zuges besteht aus einem Oberschaffner, den man heute Zugführer nennt und den ihm unterstellten Schaffnern. Georg Greiner hatte also eine vorgesetzte Stelle bei der Bahn inne, in der er auch Personalverantwortung zu übernehmen hatte.

Georg Greiner heiratete Pauline Käfer. Das Ehepaar bekam ein Kind.

Im Jahr 1932 wurde bei dem 48-jährigen Bahnbeamten in der Uniklinik Tübingen eine psychische Erkrankung diagnostiziert.

Aufgrund dieser Erkrankung erfolgte 1934 seine Einweisung in die Heilanstalt Christophsbad in Göppingen.

Im Juni 1940 wurde Georg Greiner mit anderen PatientInnen in die Heilanstalt Weissenau gebracht, wo er bis zum 5. Dezember 1940 blieb.

Der 5. Dezember 1940 war ein Donnerstag, Schneeregen machte die Straßen unsicher. Einer der berüchtigten Busse der „Gemeinnützigen Krankentransportgesellschaft“ (Gekrat), die im Auftrag der Reichsbahn fuhr Georg Greiner und weitere 85 Mitpatientinnen und -patienten nach Grafeneck bei Münsingen auf der Schwäbischen Alb.

Alle 86 Menschen wurden am selben Tag noch in dem ehemaligen Samariterstift ermordet, das einmal württembergische Herzöge als Jagdschloss errichten ließen und das Herzog Carl Eugen zu einer eindrucksvollen, barocken Sommerresidenz hatte erweitern lassen. Das NS-Regime hatte Grafeneck im Oktober 1939 für sogenannte „Zwecke des Reichs“ beschlagnahmt.

Diese „Zwecke“ waren die Ermordung von Menschen, die aus Krankenanstalten und Heimen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen geholt wurden, um sie zu ermorden, weil erkrankte Menschen und Menschen mit Behinderungen nicht in das menschenverachtende Weltbild der Nazis passten.

Im Winter 1940/41 wurden in Grafeneck mehr als 10.600 Menschen ermordet – unter ihnen der 56-jährige Oberschaffner Georg Greiner aus der Abelsbergstr, 52 im Stuttgarter Osten.

Er hinterließ seine Frau und seine Tochter.

Das Standesamt, das in Grafeneck extra eingerichtet worden war, sandte an die Hinterbliebenen üblicherweise die Sterbeurkunde zusammen mit einem Anschreiben, das Anteilnahme vorgab, damit keine Unruhe aufkam in der Bevölkerung. So erhielt zum Beispiel eines Familie 1940 ein Schreiben mit den Worten: „ Es tut uns aufrichtig leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ihr Sohn in unserer Anstalt plötzlich und unerwartet an einer eitrigen Mandelentzündung und anschließender Blutvergiftung verstorben ist."

Die Familie sollte also den Tod des Angehörigen als Erlösung ansehen, sein Leben wurde als „Qual“ für ihn und als Last für seine Familie und für die Gesellschaft dargestellt.

Auf Grund der angeblichen Seuchengefahr in Grafeneck, wurde den Familie die Einäscherung des Leichnams mitgeteilt und sie sollten binnen 14 Tagen mitteilen, wo die Urne beigesetzt werden solle.

Ein Stolperstein in der Abelsbergstr. 52 erinnert seit Oktober 2010 an Georg Greiner.

Recherche: Elke Martin

Text: Gudrun Greth, Stolperstein-Initiative Stuttgart-Ost

Free thanks to your help

This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.

Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.
Support

Stolpersteine nearby

All Stolpersteine in Stuttgart-Ost

Sources & Imprint

Initiative Stolpersteine Stuttgart-Ost

www.stolpersteine-stuttgart-ost.de
info@stolpersteine-stuttgart-ost.de