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Karl DENTLER

Biography of Karl Dentler

Karl Dentler wurde am 10. Februar 1903 in dem 1901 nach Stuttgart eingemeindeten Gaisburg geboren.

Der Metallarbeiter heiratete 1932 die am 15.8.1904 geborene Maria Sackmann. Mit ihr wohnte er in Gaisburg im Wasserbergweg 8. Karl Dentler war u. a. bei dem Fellbacher Installateur Wilhelm Stoll und zuletzt bei Fa. Wilhelm Hilzinger in Stuttgart-Süd beschäftigt.

Als Gegner des NS-Regimes wurde Karl Dentler am 21. Mai 1935 verhaftet. Er blieb in Untersuchungshaft bis zu seiner Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Stuttgart am 3. Februar 1937. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat wurde er zu einem Jahr und 8 Monaten Gefängnis verurteilt.

Im März 1937 wurde er zusammen mit Erwin Geduldig, Walter Frohnmüller, Karl Göhner, Karl Feldengruber, Willi Knoll, Walter Leitner, Heinrich Witt und Wilhelm Murrweiss als Zeuge im OLG-Prozess gegen den KPD-Instrukteur Wilhelm Claß verhört.
Ende Mai 1935 wurde Karl Dentler „wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ verhaftet.

Vom 8. Februar bis 15. April 1937 saß Karl Dentler im Landesgefängnis Ludwigsburg ein. Von dort wurde er in das berüchtigte Straflager II "Aschendorf-Moor" im Emsland bei Papenburg gebracht. Die SA hatte im April 1935 im Emsland 15 Konzentrationslager aufgebaut, die nach dem Röhm-Putsch von der SS übernommen wurden.

Wolfgang Langhoff, ehemaliger Häftling und Autor des Buchs „Die Moorsoldaten“ beschreibt den zermürbenden Lageralltag mit Hunger, Angst vor den brüllenden und prügelnden Aufsehern, den Folterungen und dem sozialen Stress in einer Zwangsgemeinschaft der Häftlinge, die ständig in Konkurrenz um die wichtigsten Grundbedürfnisse gebracht und gegeneinander ausgespielt wurden. Es waren die politischen Häftlinge aus der Arbeiterbewegung, die aufgrund ihrer Wertvorstellungen und ihrer Disziplin versuchten, eine solidarische Struktur unter den Häftlingen aufzubauen – auch gegen das Einschleusen von V-Leuten durch die SS. Nach dem „Schutzhaftgesetz“ konnte die Polizei unliebsame Personen unbefristet ohne Tatverdacht oder -vorwurf verhaften und ohne Prozess in Haft behalten.

Karl Dentler wurde erstmals nach zwei Jahren "Schutzhaft" im KZ Aschendorfer Moor vor Gericht gestellt. Er wurde zu weiteren vier Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im KZ Buchenwald verbüßen musste – eingeliefert von der Gestapo Stuttgart.
Am 16. November 1944 wurde Karl Dentler aus dem KZ Buchenwald zur Gestapo Weimar und noch am selben Tag zurück in Lager gebracht. Vermutlich wurde er gefoltert und sollte Aussagen gegen politische Gegner des NS-Regimes machen. Offenbar blieb Karl Dentler stark.

Fast 280.000 Menschen aus ganz Europa sind im KZ Buchenwald und seinen Außenlagern inhaftiert, dem größten KZ im Deutschen Reich, und werden von der SS gezwungen für die deutsche Rüstungsindustrie zu arbeiten. Dort starben mehr als 56.000 Menschen an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung.

Eine Untergrundorganisation der politischen Widerstandskämpfer versuchte die Hölle von Buchenwald zu durchbrechen. Das Buch „Nackt unter Wölfen“ oder die Berichte des Stuttgarter Widerstandskämpfers Hans Gasparitsch oder des späteren IG Metall Vorsitzenden Willi Blaicher zeugen davon.

Kurz vor der Befreiung starben Tausende der entkräfteten Häftlinge – unter ihnen am 27. Dezember 1944 der 41-jährige Stuttgarter Karl Dentler – ermordet, weil er sich gegen das NS-Regime erhoben hatte.

Am 6.2.1945 überwies die Lagerleitung per Postanweisung 14,70 Reichsmark „Restguthaben“ an die in Fellbach lebende Ehefrau Maria Dentler.

Dwight D. Eisenhower, der spätere 34. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, soll im April 1945 als er als Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte das KZ Buchenwald erreichte, gesagt haben: "Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick."

An Karl Dentler erinnert seit 1. April 2019 vor dem Haus Wasserbergweg 8 in Stuttgart-Gaisburg ein Stolperstein.

Recherche und Text: Gerhard Götze, Gudrun Greth, Stolperstein-Initiative Stuttgart-Ost

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