Skip to content

Familie Horland

Biography of Erika, Hannelore and Otto Horland

Elise Horland - eine Mutter hängt mit aufopfernder Liebe an ihren Kindern

Elise Horland lebte mit ihren Kindern nach der Scheidung in der Gablenberger Hauptstraße 40 im Stuttgarter Osten. Der Vater, Bildhauermeister Philipp Adolph Horland, Jg. 1878, wanderte am 28. Juli 1928 mit dem Schiff „Columbus“ von Bremen - 3. Klasse fahrend - nach New York /USA aus. Die Mutter blieb zurück mit drei Kindern Erika, Hannelore und Otto, die eine geistige Behinderung hatten - welche Überforderung für die Mutter, die Kinder alle zu versorgen!

Am 22.3.1933 wurde Erika Horland im Alter von 13 Jahren in der Anstalt Stetten aufgenommen. Der Lehrer Walter vermerkt im Schulbericht 1933/34: "kommt sehr gerne in die Schule. Sie kann etwas Buchstaben legen, jedoch noch keine Namen, nur kopierend. Ist musikalisch." Im Fragebogen der Aufnahme ist zu lesen: "Spielt mit Puppen und Spielzeug. Es sind keine Schulkenntnisse vorhanden. Es ist fraglich, ob sie bildungsfähig ist."

Otto und Hannelore wurden am 3. April 1935 nach Stetten gebracht. Hannelore war zu diesem Zeitpunkt zehn Jahre alt. Leider ist über sie nichts Persönliches bekannt. Otto Horland, der am 21. November 1926 in Stuttgart geboren wurde, war schwer behindert – sowohl körperlich als auch geistig. Am 17. Oktober 1940 schreibt der Anstaltsarzt: "Little`sche Lähmung. Empfindet alles außerordentlich mit, kennt seine Umgebung. Ist bettlägerig. Die Mutter hängt mit aufopfernder Liebe an ihren Kindern."

Der fünfjährige Otto Horland wird am 12. November 1940 von Stetten „verlegt“ nach Grafeneck und dort ermordet.

Die zwanzigjährige Hannelore und ihre fünf Jahre jüngere Schwester Erika werden am 28. Dezember 1940 von Stetten in die Ziegler`schen Anstalten in Wilhelmsdorf bei Ravensburg versetzt. Dort bleiben sie bis zum 25. März 1941. An diesem Tag werden sie in die Heilanstalt Weinsberg gebracht.
Am 22. April 1941 werden sie „verlegt“ nach Hadamar. Der Vermerk in den Patientenbüchern Weinsberg lautet: vorübergehend hier – ungeheilt entlassen.

Erhalten ist die Anfrage, die die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Hadamar am 23.4.1941 an die Heilanstalt Weinsberg richtet:
"Betrifft: Fehlende Gegenstände
Bei der Nachprüfung der Eigentumssache der heute hier eingetroffenen Patienten wurden nachstehend aufgeführte Gegenstände als fehlend festgestellt bei:
Horland, Erika, geb. 29.11.1920 in Stuttgart: 1 kl. Kissen, 1 kl. Kissenüberzug
Horland, Hannelore, geb. 17.10.25 in Stuttgart: 1 kl. Kissen, 1 kl. Kissenüberzug
.....Falls die Gegenstände nicht beigebracht werden können und sie vielleicht von dem Patienten während des Transportes weggeworfen wurden oder aus sonstigen Gründen abhanden kamen oder verloren gingen, wollen Sie solche in Ihrem Verzeichnis streichen, sodass wir nicht gezwungen sind auf eventuelle Anfragen von Angehörigen zu antworten, dass sie hier nicht einkamen. Im Falle der Streichung in Ihrem Verzeichnis müsste gebeten werden, sie auch von dort aus auf Anfrage nicht als uns übergeben zu bezeichnen."

Erika und Hannelore wurden am 22.4.1941 in Hadamar ermordet.

Recherche: Elke Martin
Text: Elke Martin und Gudrun Greth

Quellen: Angaben der Heilanstalt Stetten, Auskunft der Zieglerschen Anstalten,
Patientenbücher Weinsberg im StA Lb F 234I Büschel 1123, Krankenakte im BAB R 179/29124

Free thanks to your help

This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.

Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.
Support

Stolpersteine nearby

All Stolpersteine in Stuttgart-Ost

Sources & Imprint

Initiative Stolpersteine Stuttgart-Ost

www.stolpersteine-stuttgart-ost.de
info@stolpersteine-stuttgart-ost.de