Skip to content

Familie de Vries

Biography of Jonny, Jenny and Frieda de Vries

Seit 1911 wohnte die Familie de Vries in Wildeshausen. Salomon de Vries aus Oldenburg hatte 1907-1909 beim 14. Pommerschen Infanterieregiment in Bromberg gedient und dort Jeanette Götz kennengelernt, mit der er 1913 ein bescheidenes Haus in der Sägekuhle kaufte. Salomon de Vries arbeitete als Kleinhändler und hatte mit seiner Ehefrau drei Kinder: Jenny (1911), Jonny (1912) und Frieda (1913). Salomon de Vries nahm am Ersten Weltkrieg teil und wurde seit dem 2. Oktober 1918 vermisst. Anfang 1917 erhielt er das »Eiserne Kreuz«. Alle drei Geschwister wuchsen unter schwierigen
Verhältnissen auf und fielen in der NS-Zeit dem Holocaust zum Opfer.

Die ältere Schwester Jenny verließ wie ihre Mutter Wildeshausen wohl 1935 und lebte zeitweilig in Berlin, Bremen und Potsdam. Von Berlin aus wurde sie 1942 über Trawniki in das Ghetto der polnischen Kleinstadt Piaski deportiert. Jonny, der bei einem
Wildeshauser Tischler in die Lehre gegangen sein soll, geriet mit seiner Schwester Frieda, die zeitweise Heimzögling gewesen war, 1936/37 in ein Umfeld mit lockerem sexuellen Lebenswandel. Wegen sogenannter »Rassenschande « wurden beide zu Opfern der NS-Rassengesetze. Jonny wurde nach Verbüßung seiner Zuchthausstrafe in
das KZ Sachsenhausen überführt. Letztlich starb er wohl 1945 im KZ Auschwitz. Wenn
auch jüdische Frauen bei »Rasseschande-Verfahren« von Strafverfolgung ausge-nommen waren, wurde Frieda im Peter Friedrich Ludwig Hospital in Oldenburg zwangssterilisiert und kam nach Abschluss des Prozessverfahrens zunächst in das KZ Lichtenburg und dann in das Frauen-KZ Ravensbrück. Sie wurde am 24. Februar 1942 in der Gaskammer der Euthanasieanstalt Bernburg ermordet.

Free thanks to your help

This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.

Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.
Support

Stolpersteine nearby

All Stolpersteine in Wildeshausen