Biography of Hulda Koopmann
Hulda Koopmann wurde 1892, als Tochter der Eheleute Ludwig und Elise Koopmann, in Goch geboren. Hulda betrieb seit Anfang der 1920er Jahre im Haus ihrer Eltern in der Mühlenstraße in Goch ein Weißwarengeschäft. Das Angebot war vielfältig. Im Geschäft wurden Unterwäsche, Pullover, Mützen, Textilien für Babys und Kleinkinder, Socken und Kommunionsausstattungen angeboten. Das Jahr 1933 bedeutete auch für die jüdische Familie Koopmann den Beginn von Ausgrenzung und Entrechtung. Die Boykotte und Einschüchterungen durch die Nationalsozialisten entzogen den Geschäften jüdischer Eigentümer immer mehr die wirtschaftliche Existenzgrundlage. Allen Widrigkeiten zum Trotz konnte Hulda Koopmann ihren Geschäftsbetrieb jedoch bis 1938 aufrecht erhalten. Am 10.11.1938 wurde ihr Geschäft im Zuge der Novemberprogrome durch SS-Männer aus Kevelaer verwüstet und sämtliche Waren auf die Straße geworfen. Hulda Koopmann wurde gezwungen ihr Geschäft aufzugeben. Im Herbst 1939 verließ sie Goch und zog nach Kleve. Seit dem 2.10.1939 wohnte sie im Prinzenhof 17, wo sie als Haushaltshilfe beim jüdischen Lederwarenfabrikanten und Besitzer der Klever Lederwerke Hermann Haas und dessen christlicher Ehefrau Emmy Johanna arbeitete. Im November 1941 erhielt sie den Bescheid, dass sie in den Osten deportiert werden sollte. Nach einem letzten Besuch in Bremen bei ihrer Schwester Johanna, die durch ihre Heirat mit einem christlichen Mann noch geschützt war, wurde Hulda Koopmann von Kleve aus am 11. Dezember 1941 nach Riga deportiert. Das dortige Ghetto war ein mit Stacheldraht umzäuntes Wohnviertel, in dem zunächst die lettischen Juden zusammengepfercht worden waren. Vor Ankunft der aus Deutschland Deportierten waren diese ermordet worden. Hulda Koopmann wird nach ihrer Ankunft dort Zwangsarbeit verrichtet haben müssen. Im Sommer 1944 ist das Rigaer Ghetto aufgelöst und die dort verbliebenen Menschen sind ins KZ Stutthof gebracht worden. Auf den Deportationslisten taucht Hulda Koopmanns Name nicht mehr auf, was bedeutet, dass sie zuvor bereits gestorben sein muss. Ob ihr Tod eine Folge der entsetzlichen Zustände im Ghetto, geprägt von Hunger und Entbehrungen oder ob sie im Rahmen einer der ab 1942 stattfindenden Selektionen erschossen wurde, ist nicht bekannt.
Hulda Koopmann (Goch 1892 – ? Riga)
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Sources & Imprint
Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.
mifgash.de
Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.
Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de