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Günther, Milda und Kurt

Biography of Kurt and Milda Günther

Kurt-Günther-Str. 12
Milda und Kurt Günther

Kurt Wilhelm Günther wurde am 3.1.1895 in Leipzig geboren. Er war gelernter Steindrucker. Im Jahr 1919 trat er als Gewerkschaftsmitglied in die SPD ein und engagierte sich im Umfeld des "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold", einer Organisation, die für den Erhalt der demokratischen Republik kämpfte. Am 17.6.1922 heiratete er Milda Minna Flossmann. Ihr Sohn Lothar Gerhard kam am 10.9.1927 zur Welt. Die kleine Familie wohnte in der damaligen Lorckstr. 12.
Kurt Günther arbeitete als Redakteur der sozialdemokratischen Leipziger Volkszeitung (LVZ). Mit dem Verbot der Zeitung am 2. März 1933 durch die Nationalsozialisten verlor er seine Arbeit. Bereits im Februar und dann im Juli 1933 befand er sich für kurze Zeit in nationalsozialistischer Haft. Sein politisches Engagement sowie das Verteilen von SPD-Zeitschriften und Flugblättern des "Neuen Vorwärts" (Exil-Zeitung der SPD) war für die Nazis der Anlass, ihn im Juli 1934 zu verhaften. Wegen "Vorbereitung des Hochverrats" wurde Kurt Günther 11 Monate später am 29.6.1935 in Dresden zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Man brachte ihn am 16.7.1935 in das Zuchthaus Waldheim. Am Tag seiner eigentlichen Entlassung, dem 28.2.1938, wurde er sofort wieder in Schutzhaft in Dresden genommen und drei Tage später in das KZ Buchenwald gebracht. Während seiner Haftzeit besuchten ihn seine Frau und ihr Sohn regelmäßig. Nachdem Kurt Günther jedoch nicht entlassen wurde, sondern in Buchenwald inhaftiert blieb, hielt seine Frau die Verzweiflung nicht mehr aus und beging am 7. Juni 1938 Suizid. Sohn Lothar lebte fortan bei Kurts Bruder Willy Günther. Mit 17 Jahren, 1944, wurde Lothar in die Wehrmacht eingezogen und starb im Januar 1945 an der Front.
Kurt Günther wurde am 7. Juni 1940, genau zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau, in Buchenwald ermordet.

Pate: Ein Projekt des Erich-Zeigner-Haus e.V. mit Schülern der 10. und 11. Klasse der Neuen Nikolaischule Leipzig

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