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Direktor Warenhaus Hermann Tietz Gera

Biography of Hermann, Betty, Charlotte and Helene Sklow

Hermann Sklow war gebürtiger Westpreuße und lebte etwa 35 Jahre in Gera. Sein ganzes Berufsleben ist der Kaufmann Geschäftsführer des Kaufhauses Hermann Tietz Gera. Als er wegen der bevorstehenden „Arisierung“ seine Stelle verlor, ist er 63 Jahre alt. Die Familie verließ Gera und zog nach Berlin.

Der Versuch seine Flucht ins Ausland vorzubereiten, wurde Hermann Sklow 1937 zum Verhängnis. Er wird verhaftet und wegen Devisenvergehens verurteilt. Sein letzter Aufenthaltsort ist das Berliner Polizeipräsidium am Alexanderplatz. Dort kam er am 18.10.1938 ums Leben. Er ist im Grab seiner Schwiegereltern auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee bestattet. Er wurde 68 Jahre alt.

Seine Witwe Betty war unter den 900 jüdischen Passagieren, denen der Landgang in Cuba 1939 verweigert wurde. Das Schiff kehrte zurück nach Europa. Die dramatischen Ereignisse auf der SMS St. Louis wurden nach dem Krieg verfilmt. Über Antwerpen in Belgien und Holland gelingt ihr am Ende doch noch die Flucht in die USA. Sie lebte nach dem Krieg mit ihren Töchtern Charlotte und Helene (in Gera geboren) in New York.

Nach einem Großbrand 1906 und einer Änderung des Geschmacks verschwindet die eindrucksvolle Jugendstilfassade des Geraer Kaufhauses. 1932 feiert Tietz 50jähriges Betriebsjubiläum. Nach 1933 heißt das Kaufhaus Union, nach 1945 Konsum, nach 1990 Horten. Leerstand seit 2004.

Die Stolpersteine wurden verlegt am 7.12.2013 vor dem Wohnhaus der Familie Sklow Agnesstr. 26, heute Gagarinstr. 26 mw

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