Biography of Edith Grünbaum, Paula Grünbaum and 5 more
Löhrstr. 13
Familie Schmulewitz / Grünbaum
In der Löhrstraße 13 wohnten drei Generationen der Familie Schmulewitz. Rosa (geb. Assmann, am 06.01.1878 in Warschau) und Samuel Schmulewitz hatten vier Kinder: Leo (geb. am 26.05.1900), Yette (geb. am 08.10.1902 in Warschau), Gertrud (geb. am 09.01.1904 in Berlin) und Klara (geb. am 05.07.1906 in Leipzig).
Samuel Schmulewitz starb bereits Anfang der 1930er Jahre. Alle Kinder hatten zur Zeit des Machtantritts der Nationalsozialisten eigene Familien. In der Löhrstraße 13 wohnte noch Rosa Schmulewitz mit Tochter Yette und ihrer Enkelin Vera, sowie Gertrud mit ihrer Familie.
Rosa Schmulewitz (64 Jahre) wurde am 21.01.1942 nach Riga deportiert und ermordet.
Yette Pietrkowski (verw. Ribetzki) hatte eine Tochter namens Vera (geb. 1925). Frau Pietrkowski arbeitete als Verkäuferin und später als Abteilungsleiterin im Warenhaus Theodor Althoff in der Petersstraße. Ihre Tochter Vera konnte noch vor Kriegsausbruch mit einem Kindertransport nach England in Sicherheit gebracht werden. Yette Pietrkowski (39 Jahre) wurde wie ihre Mutter am 21.01.1942 nach Riga deportiert und ermordet.
Gertrud heiratete 1922 den Buchdrucker, Schriftsetzer und Übersetzer Abraham Grünbaum (geb. 15.04.1902 in Bledow - Russ.-Polen). Im Jahr 1924 wurde die Tochter Paula geboren und 1931 Tochter Edith. Gertrud und Abraham Grünbaum gelang es ihre Töchter in Sicherheit zu bringen. Paula konnte im Juni 1939 Deutschland mit einem Kindertransport nach England verlassen, Edith folgte im Monat darauf.
Edith Maniker erinnerte sich später: "Ich war nicht glücklich, allein in den Zug zu steigen. Meine Eltern sagten, ich würde zusammen mit Paula in England schöne Ferien haben und in ein paar Wochen sind wir wieder zusammen. Ich glaubte meinen Eltern."
(http://portraitsofhonor.org/POHSurvPage.aspx?svid=234)
Am 08.12.1939 flohen die Eltern nach Ungarn und weiter nach Saloniki (Thessaloniki) in Griechenland. Dort gab es eine große jüdische Gemeinde. Nach 1940 ist von Gertrud Grünbaum (36 Jahre) kein Lebenszeichen mehr überliefert.
Im April 1941 wurde Griechenland von der deutschen Wehrmacht besetzt. Ab März 1943 wurden nahezu alle jüdischen Bewohner von Thessaloniki nach Auschwitz deportiert. Auch Abraham Grünbaum kam in dieser Zeit in das Vernichtungslager. Mit dem Heranrücken der Roten Armee im Januar 1945 räumten die Nationalsozialisten das Lager Auschwitz. Abraham Grünbaum (43 Jahre) wurde in das Konzentrationslager Dachau deportiert, wo er am 09.04.1945 ums Leben kam.
Pate: Aktion Sühnezeichen, Regionalgruppe Leipzig
Quellen: Ellen Bertram: Menschen ohne Grabstein; Familienerinnerungen von Edith Maniker
Media
Photos
Free thanks to your help
This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.
Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.Stolpersteine nearby
Rebecca Bardfeld20 m
Dora Selinger50 m
Cilly Berger80 m
Susanne Aizen80 m
Lea Chaja Meinhardt100 m
Alexander Kalter110 m
Sources & Imprint
https://www.stolpersteine-leipzig.de
stolpersteine@archiv-buergerbewegung.de
Tel: 0341/3065175
Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Evangelisch-Lutherischer Kirchenbezirk Leipzig
Ephraim-Carlebach-Stiftung
Bürgerkomitee e.V.
Erich-Zeigner-Haus e.V.