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Karl Bergen

Biography of Karl Bergen

Karl Bergen, Ernstingstraße 20

Der Stolperstein in der Ernstingstraße 20 erinnert an den Nienburger Karl Bergen.
Die Eltern von Karl Bergen waren seit 1900 in Nienburg ansässig. Sie hatten vier Kinder.
Das jüngste Kind, Karl Heinrich Leopold, wurde am 19. Januar 1903 in Nienburg geboren. Der Vater starb bereits 1912. Karl Bergen absolvierte vermutlich eine
Ausbildung zum Gärtner. Seit 1923 wohnte die Familie in der Ernstingstraße 20. Nach dem Tod der Mutter 1934 lebte Karl Bergen im Mühlentorsweg 4, dem damaligen
städtischen Altenheim. Im Mai 1935 wurde Karl Bergen in die Provinzial- Heil- und
Pflegeanstalt Wunstorf eingewiesen, 1941 in die Heilund Pflegeanstalt Scheuern bei Nassau an der Lahn und schließlich in die hessische Landesheilanstalt Hadamar
„verlegt“. Seit Ende 1940 fungierte Hadamar als eine von mehreren
NS Tötungsanstalten für Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Insgesamt wurden dort während der „Aktion T4“ mehr als 10.000 Menschen ermordet, 1942 bis 1945 weitere 4.500 Menschen, darunter auch der 39 Jahre alte Karl Bergen.
Für die Patientenakte dachten sich die Ärzte eine „natürliche“ Todesursache und Sterbedaten zur Täuschung der Angehörigen aus. Karl Bergen starb angeblich an
Grippe. Die sterblichen Überreste wurden am 17. Januar 1943 auf dem Nordertorfriedhof an der heutigen Verdener Straße 31 beigesetzt.

Seit dem 6. Mai 2015 erinnert ein Stolperstein an Karl Bergen.

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