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Helene Wahle

Biography of Helene Wahle

Benrather Straße 19
Letzter Wohnort des Ehepaars Richard und Helene Wahle

Helene Wahle, geb. Kuh
geb. 19.10.1872 in Prag
umgekommen am 23.06.1942 in Lodz

Nach der Heirat mit Richard Wahle in Prag zog das junge Ehepaar zusammen, 1908, nach Hilden. Dort erwarb das Ehepaar die Maschinenfabrik Kirberg und Hüls, sodass sie zum gehobenen Bürgertum der Stadt gezählt werden konnten. Insgesamt engagierte sich vor allem Helene Wahle in vielfältiger Weise für die Gemeinschaft, sodass sie 1920 das Verdienstkreuz der Kriegshilfe verliehen bekam. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 erreicht 1930/32 auch Hilden, sodass auch die Wahles mit ihrem Unternehmen nicht verschont blieben. Trotz vieler Schwierigkeiten gelang es den Wahles, keine Mitarbeiter entlassen zu müssen, wofür das Ehepaar auch später sehr angesehen wurde. Dennoch wurden sie Opfer der nationalsozialistischen Rassengesetze, so wurde ihnen bereits 1934 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt und ihre Pässe entzogen. Bei dem darauffolgenden Beschwerdeverfahren beim preußischen Innenministerium gegen diese Maßnahme, wurde die Aberkennung ihrer Staatsbürgerschaft widerrufen, weil Richard Wahle in seinem Betrieb große Verdienste geleistet und auch schon ein hohes Alter erreicht hatte. Die Nationalsozialisten hinderte dies allerdings an weiteren Maßnahmen und so wurde Richard Wahle, da er ein Jude war, der Verkauf des Betriebs nahegelegt, sodass im September 1938 bereits ein anderer Eigentümer im Handelsregister eingetragen war.

Auch in der Pogromnacht kam es zu einem versuchten Übergriff von Seiten der Schlägertrupps auf das Ehepaar, allerdings blieb die körperliche Misshandlung aus. Dennoch standen Helene und Richard Wahle unter genauster Beobachtung der Gestapo. Im März 1939 wurde daher von der Gestapo eine Akte über die Wahles eingerichtet, weil sie „deutschblütige“ Hausangestellte beschäftigten, wofür sie eine Geldstrafe zahlen mussten. Weitere ähnliche „Verstöße“ wurden gemeldet und schließlich geahndet, wobei es nie ein Gerichtsverfahren gab.
1939 verstarb Richard Wahle mit 78 Jahren, seine Frau Helene verblieb weiterhin in Hilden. Im Oktober 1941 musste sie sich allerdings nach Düsseldorf begeben, um von dort weiter in das Ghetto Litzmannstadt in Polen gebracht zu werden, wo sie zusammen mit anderen Juden aus Düsseldorf in der Fischerstraße 15 wohnte. Ihr ganzes Vermögen musste sie an das Reich abtreten, sodass Frau Wahle mittellos war. Weil sie zu alt zum Arbeiten war, verbrachte sie die letzten Jahre ihres Lebens in ärmlichen Verhältnissen in einem Greisenheim Altreichsjuden. Dort verstarb sie schließlich in ärmlichen Zuständen am 23. Juni 1942.

Quelle:
Arbeitskreis Stolpersteine Hilden. Steine gegen das Vergessen. Stolpersteine Hilden. 2. Auflage. Hilden 2013. S.12-13.

(Denise + Katja)

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