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Otto Christ

Biography of Otto Christ

Mathildenstraße 2 (Verlegung am 29.10.2016)

Otto Christ wurde 1934 in Ulm geboren. Seine Eltern waren Maria Christ und der Schreiner Karl Christ. Otto wurde mit dem Down-Syndrom geboren und fast bis zu seinem 10. Geburtstag zu Hause von seiner Mutter versorgt und unterrichtet.

Anfang 1944 wurden seine Eltern jedoch durch das Staatliche Gesundheitsamt Ulm aufgefordert, Otto zu einer Untersuchung in die sogenannte „Kinderfachabteilung“ der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren zu bringen. Solche Kinderfachabteilungen waren seit 1940 geschaffen worden, um behinderte Kinder dort unter dem Vorwand einer „Behandlung“ durch gezielte Vernachlässigung oder Überdosierung von Medikamenten zu töten. Es kursierten zu dieser Zeit viele Gerüchte um die Krankentötungen von 1940/1941, doch konnten Ottos Eltern bei der Einlieferung ihres Kindes am 6.3.1944 in Kaufbeuren nichts von den weiteren Mordplänen erahnen.

Häufig erkundigte sich Maria Christ in Briefen besorgt und liebevoll nach dem Befinden ihres Sohnes. Doch die Antwortbriefe sprachen von Anfang an von „ungünstigen Aussichten“. Anfang November vermeldete ein Telegramm: „Otto lebensgefährlich erkrankt“. Am 6. 11. 1944 wurde schließlich Ottos Tod mit einer vermutlich falschen Todesursache in den Akten vermerkt. Die Eltern bekamen im Dezember 1944 eine Urne mit der Asche zugestellt. Der mit dem Geschehen in der Kaufbeurer Anstalt befasste Untersuchungsrichter des Landgerichts Kempten kam im Mai 1948 zu dem Schluss, dass Otto Christ „mit Sicherheit euthanasiert“ wurde.

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