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Familie Kastner

Biography of Alexandrine, Otto and Hans-Werner Kastner

Otto Kastner wurde am 10. Oktober 1880 in Görlitz geboren. Er war verheiratet mit Alexandrine, geb. Jakoby und wohnte in der Eliasstraße 4. Das Ehepaar Kastner hatte einen Sohn, Hans Werner.
Dr. med. Otto Kastner promovierte 1909 zum Fach­arzt für Kinderkrankheiten. Im August 1910 heiratete er Alexandrine Jacoby und kam 1919 als Kinderarzt nach Dresden. 1927 praktizierte er in der Eliasstraße 22 und 1933 in der Eliasstraße 4. Seit November 1920 arbeitete er als Schularzt, seit 1923 als Stadtschularzt und Amtsjugendarzt. Außerdem war er Heimarzt des Stadtkinderheims. Als Stadtobermedizinalrat und Stadtschularzt war er in unkündbarer aktiver Beamtenstellung mit Pensionsberechtigung. 1926 veröffentlichte er das ,,Schulgesundheitsbüchlein“. Am 31.03.1933 wurde Dr. med. Kastner als Stadtschularzt, Amtsjugendarzt und Heimarzt für die Stadtkinderheime beurlaubt und am 2.06.1933 in den dauernden Ruhestand versetzt. Er praktizierte privat weiter und war im Oktober 1934 noch zur Kassenpraxis zugelassen.
Im Juni 1935 wurde er vor Gericht angeklagt, die Klage im Oktober aber vom Gericht abgelehnt. 1937 wurde er erneut angeklagt und für fünf Monate inhaftiert. Im Polizeipräsidium schrieb er einen Abschiedsbrief an seinen Sohn und seine Frau. Am 22.02.1938 erhielt seine Frau die Nachricht, ihr Mann habe sich am 21.02.38 erhängt.

Alexandrine Jakoby, Schwester von Johann, Alexander und Erika, verheiratete Münster, wurde am 4. April 1877 in Dresden geboren. Sie war verheiratet mit Dr. Med. Otto Kastner, sie hatten einen Sohn, Hans-Werner. Siebesuchte die 10-klassige Privatschule „von Rabenhorst“ in Dresden. Sie studierte Musik und besuchte unter anderem drei Jahre das Königliche Konservatorium für Musik in Dresden.
1901 erhielt sie das Zeugnis der Reife als Konzertpianistin. Von 1905 bis 1907 besuchte sie ,Sickenbergersche Privatgymnasialkurse' in München. 1907 schloss sie das Abitur am Königlichen Maximiliansgymnasium in München ab und studierte Medizin in München.
Nach der Heirat mit Dr. med. Otto Kastner in München absolvierte sie ein viermonatiges Medizinalpraktikum an der Chirurgischen Universitätsklinik in München und arbeitete sieben Monate in der Inneren Abteilung des Krankenhauses Dresden-Johannstadt.
Alexandrine Kastner promovierte 1914 zur Fachärztin für Innere Medizin mit der Dissertation „Über Endocartitis lenta'. Ab 1.09.1914 arbeitete Dr. med. Alexandrine Kastner als Assistenzärztin und Internistin in der Inneren Abteilung des Krankenhauses Dresden-Johannstadt. Zwischen 1920 und 1938 führte sie eine eigene Praxis.
1927 war sie in der staatlichen höheren Mädchenbildungsanstalt in Dresden-Johannstadt in der Eliasstraße 22 und 1933 in der Eliasstraße 4 als Schulärztin tätig. Ab dem 1.04.1934 wurde ihr die Zulassung zur Rechnungserstattung durch den Krankenversicherungs-Verein „Deutscher Ring" entzogen, im Oktober 1934 war sie bereits nicht mehr zur Kassenpraxis zugelassen.
Nachdem sich ihr Mann das Leben genommen hatte, zog Dr. Alexandrine Kastner nach Berlin. Dort wurden zwei Adressen angegeben, Hohenstauffenstraße 9 und die Regensburger Straße 30 bei Goldmann. Am 2.4.1942 wurde sie nach Trawniki deportiert. Dort ist sie verschollen.

Hans-Werner Kastner, geboren am 4.01.1913 in Dresden, wurde von der Mutter in Berlin versteckt, bis sie für ihn eine Möglichkeit der Emigration nach England fand. Zeitlebens litt er an dem Verlust seiner Eltern. Er war nicht in der Lage, eine Familie zu gründen. Erst mit über 60 Jahren heiratete er seine Jugendliebe Ruth Schmidt aus Dresden. Hans-Werner Kastner verstarb im Jahre 1989.

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