Biography of Otto Busse
Dr. Otto Busse war praktizierender Arzt in Osnabrück und war verheiratet mit Lilly geb. Hangarten, geb. 27.9.1877 in Haspe. Er lebte in der Riedenstraße 2, heutiger Erich-Maria-Remarque-Ring.
Gegenüber zwei langjährigen Patientinnen äußerte er am 6. oder 7.7.1944 in seiner Sprechstunde Zweifel am siegreichen Ausgang der Krieges und Kritik an der damaligen Führung des Reiches. Weiterhin soll er gesagt haben, dass die V1-Wunderwaffe sich womöglich als eine Versager-Waffe entpuppe. In der Anklageschrift, die gegen ihn erhoben wurde, wurde erklärt, dass er als Nörgler und Kritiker bekannt sei, der immer gegen das Dritte Reich eingestellt gewesen sei. Er wurde am 8.7.1944 verhaftet und am 20.8.1944 vom Gerichtsgefängnis Osnabrück ins Zuchthaus Celle überführt. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich drastisch. Die Gründe für die nun auftauchenden Herzprobleme wurden später als Folge der Haft eingestuft. Am 19.1.1945 wurde zum zweiten Mal die Haftunfähigkeit von Dr. Otto Busse durch einen Arzt festgestellt. Deshalb wurde er an diesem Tag aus der Haft entlassen und in das Celler Krankenhaus aufgenommen. Am 5.5.1945 erlitt Dr. Otto Busse einen Schlaganfall. Er starb am 23.7.1945 im Celler Krankenhaus an den Folgen der Haft.
Seine Ehefrau stellte nach Ausgang des Krieges einen Antrag auf Entschädigungszahlung. Sie verstarb am 20.9.1950, als das Verfahren noch nicht abgeschlossen war. Deshalb führten die beiden Söhne Hans und Dr. Otto das Entschädigungsverfahren weiter. Der Antrag wurde am 4.2.1955 abgelehnt mit der Begründung, dass es sich bei der Bemerkung gegenüber den Patientinnen nur um eine Gelegenheitsäußerung gehandelt habe. Es sei keine überzeugte Gegnerschaft gegen das nationalsozialistische Regime bei Dr. Otto Busse nachweisbar.
In den Nachkriegsjahren wurde der Ehemann einer der Patientinnen, gegenüber denen Dr. Otto Busse die Kritik geäußert hatte, wegen Denunziation angeklagt. Denn dieser soll Dr. Otto Busse bei der Gestapo angezeigt haben. Der Angeklagte erklärte jedoch, dass dies nicht der Fall gewesen sei. Er habe lediglich während einer Unterhaltung im Bunker unbedacht eine Bemerkung fallen gelassen, woraufhin er von der Gestapo bedrängt wurde, weitere Informationen preiszugeben. Dagegen habe er sich gewehrt so lange ihm dies möglich gewesen sei. Das Verfahren wegen Denunziation wurde eingestellt und der Angeklagte wurde freigesprochen.
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