Biography of Hildegard Rau
Holbeinstraße, verlängerte Reißigerstraße (Eingang Gymnasium)
Hildegard Marie Elisabeth Rau wurde am 28. Oktober 1917 in Dresden geboren. In der Familie wird berichtet, dass sie in früher Kindheit an Angstzuständen ausgelöst durch Hunde litt. Seit ihrem 14. Lebensjahr traten bei ihr außerdem epileptische Anfälle auf, mit denen sie in ärztlicher Behandlung war. Frau Rau wurde zwangssterilisiert. 1942 erlitt sie einen besonders schweren Anfall, der eine neuntägige stationäre Behandlung erforderlich machte. Nachdem sie im März 1944 einen schweren epileptischen Anfall erlitt, wurde sie in das Stadtkrankenhaus Löbtau eingewiesen, in dem zu diesem Zeitpunkt psychisch kranke, alkoholabhängige, geistig oder körperlich behinderte Menschen behandelt wurden.
Daraufhin folgte die Verlegung in die Psychiatrische Landesanstalt Arnsdorf, der damals größten psychiatrischen Einrichtung Sachsens. Nach nur wenigen Wochen wurde Frau Rau am 19. Mai 1944 in die Sächsische Landesheilanstalt Großschweidnitz verlegt. Von dort aus erhielten die Eltern per Telegramm die Nachricht, dass ihre Tochter schwer erkrankt sei. Aus ihrer Patientenakte wird ersichtlich, dass Frau Rau das Medikament Luminal verabreicht wurde, wodurch sich ihr Gesundheitszustand rapide verschlechterte. Mangelernährung sowie eine leicht überdosierte Einnahme des Medikaments führten binnen kurzer Zeit zum Tod der Patienten. Dieses sogenannte Luminalschema kam sowohl bei der systematischen Tötung von Kindern als auch von Erwachsenen (Aktion Brandt) zum Einsatz. Hildegard Marie Elisabeth Rau verstarb am 25. Juni 1944 im Alter von 26 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.
Ihre Großnichte Ramona Mallwitz, geb. Rau, stiftete diesen Stolperstein in Gedenken an ihre Großtante.
Quellen:
Angaben der Familie
Böhm, Boris; Markwardt, Hagen (2004) „Hermann Paul Nitsche (1876–1948). Zur Biographie eines Reformpsychiaters und Hauptakteuers der NS-'Euthanasie'“, in: Stiftung Sächsische Gedenkstätten (Hrsg.): Nationalsozialistische Euthanasieverbrechen. Beiträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte in Sachsen. Sandstein Dresden, S. 71-105.
Free thanks to your help
This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.
Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.Stolpersteine nearby
Ernst Schindler250 m
Ella Deutsch450 m
Dorothea Rothholz520 m
Malwine Hann530 m
Aron Höxter560 m
Selma Nussbaum740 m
Sources & Imprint
Stolpersteine für Dresden e.V.
Stolpersteine für Dresden e. V.
Geschäftsstelle: Hatikva e.V., Pulsnitzer Straße 10, 01099 Dresden
Eingetragener Verein beim Amtsgericht Dresden, Vereinsregister: VR 5072
E-Mail: paten(at)stolpersteine-dresden.de