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Familie Jordan

Biography of Julius Jordan, Rosa Jordan and 3 more

Julius Jordan (geb. 1891) hatte ein Geschäft für Süßwaren und Zucker geführt. Er gehörte einer bekannten Regensburger Kaufmannsfamilie an, war als Soldat im Ersten Weltkrieg eingezogenworden und wollte in den dreißiger Jahren seine Heimatstadt nicht verlassen. Er gehörte zum Flügel der liberal eingestellten jüdischen Minderheit. Verheiratet war er mit Rosa Jordan, geborene Gutmann. Sie hatten vier Kinder.

Am 2. April 1942 musste sich die fünfköpfige Familie Jordan – wie andere jüdische Familien – morgens auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge am Brixener Hof einfinden. Pro Person waren ein Koffer und ein Rucksack als Gepäck erlaubt, zusätzlich Gartenwerkzeuge – als Tarnung einer angbelichen Ansiedlung im Osten.
Diese bevorstehende Reise war der Abschied von Regensburg; sie endete in Piaski, einem Vernichtungslager im Osten Polens.

Inge, die jüngste Tochter der Familie Jordan, war erst sieben Jahre alt und war zugleich der jüngste Passagier auf dieser Reise in den Tod. Sie und ihre beiden Schwestern Klara und Annelore ahnten womöglich nicht, wohin sie diese Reise bringen würde.

Das Geschäft musste Julius Jodran zu einem viel zu niedrigen Preis verkaufen, den Mädchen wurde 1935 der Schulbesuch auf der staatlichen Schule verwehrt. Immerhin durfte die Familie Jordan in ihrer Wohnungbleiben, ja sogar die Oma Jette Gutmann, die im Jahr 1931 Witwe geworden war, aufnehmen.

Aus noch ungeklärten Umständen wurde Frau Gutmann jedoch im Jahr 1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll eingewiesen. Mit weiteren 11 jüdischen Patienten verließ sie am 14. September 1940 Regensburg. Der Sammeltransport hatte die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar zum Ziel, von dort wurde sie nach wenigen Tagen zur Tötung in die Anstalt Grafeneck transportiert. Diagnose, Dauer der
Erkrankung oder Arbeitsfähigkeit hatten bei jüdischen Patienten keinerlei
Bedeutung. Um die Angehörigen zu täuschen und eine Suche zu erschweren, wurden ihnen falsche Todesbenachrichtigungen zugeschickt, meist wurde als Absender eine Irrenanstalt Chelm in Polen angegeben.

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