Biography of Willi, Rosa and Kurt Deichmann
Deichmann , Feldstraße 4
Die Geschichte der in Hoya lebenden jüdischen Familie Deichmann beginnt mit dem am 28.06.1847 geborenen Julius Deichmann, der 1876 Berta Baumgarten heiratete. Darauf wurde 1877 ihr Sohn Siegfried, 1878 Iwan, 1880 August und 1881 ihre Tochter Henny, noch in Dörverden lebend, geboren. 1882 zogen sie schließlich zusammen nach Hoya und eröffneten einen erfolgreichen Produkt- und Tabakwaren Verkauf, welcher nun die Bärenapotheke in der Langen Straße ist.
1883 kam ihr vierter Sohn Willi und 1884 ihre zweite Tochter Martha auf die Welt.
Die Familie war sehr in die hoyaer Gesellschaft integriert, wie z.B. die Mitgliedschaft im Schützenverein und mehrere positive Zeitungsartikel über ihr Privatleben zeigten.
Anfang der NS Zeit begann sich jedoch gerade der zuvor genannte Punkt, der eine so wichtige Rolle in ihrem Leben spielte, zu ändern. Mit dem Gesetz der NSDAP, dass keine Juden Mitglieder mehr in öffentlichen Clubs und Vereinen seien durften, musste die ganze Familie, sogar Siegfried, der 1933 Verbandskönig war, den Verein verlassen. Dazu muss man wissen, dass zu dieser Zeit, die Mitgliedschaft in einem Verein ein sehr wichtiger Bestandteil des Soziallebens war. Dies war also ein weiterer Schritt der Nazis, den Juden das Leben noch schwerer zu machen. Zudem wurde allen Deutschen verboten, Geschäfte mit den Juden zu machen, womit die Einnahmen des Geschäftes, was inzwischen von Siegfried geführt wurde, signifikant verringert wurden. Zu allem Überfluss wurde das Geschäft dann noch in der „Pogromnacht“ des 9. Novembers 1938 geplündert und zerstört.
Auch die anderen Kinder der Familie hatten sich um 1907 herum bereits ihr eigenes Leben aufgebaut: Sie hatten geheiratet, ein eigenes Geschäft gegründet und, mit Ausnahme von Martha und Siegfried, ein oder mehrere Kinder bekommen. Dann begann der Erste Weltkrieg, aus dem es viele Männer der Familie, für ihr Vaterland kämpfend, mit Verletzungen lebend herausgeschafft haben. Alle Deichmanns haben diesen Krieg überlebt, jedoch nicht alle den Zweiten Weltkrieg.
Nach den im Jahr 1933 anfangenden ersten Einschränkungen für das jüdische Leben in Deutschland, begann mit der Pogromnacht die Verschleppung und das Inhaftieren der Juden. So wurde auch Siegfried für 8 Wochen in Buchenwald inhaftiert, damit wurde das Ziel verfolgt, die Familie aus Deutschland zu vertreiben.
Nachdem seine Frau Hedwig 1941 gestorben war, wurden die hoyaer Juden am 7. Juli enteignet und Siegfried musste mit vielen anderen im Armenhaus unterkommen. 1942 wurde er nach Warschau deportiert und auch dort ermordet.
Sein Bruder August, der mittlerweile in Syke lebte, wurde bereits 1941 mit seiner Frau Melanie und seinem Sohn Fredy nach Minsk deportiert, wo sich die Spur verliert; aber auch sie wurden sehr wahrscheinlich getötet.
Willys Sohn Kurt wurde bei der Pogromnacht verschleppt und für ein Jahr in Sachsenhausen inhaftiert. Auch er wurde 1941 nach Minsk gebracht und anschließend ermordet. Willy und seine Frau Rosa selbst wurden erst 1942 nach Theresienstadt verschleppt und 1944 nach Ausschwitz gebracht, um getötet zu werden, wobei Willys Todestag nicht bekannt ist.
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Max Bieber280 m
Henny Löwenstein300 m
Max Cohn460 m
Adolf Elias540 m
Max Blumenthal570 m
Julius Deichmann690 m
Sources & Imprint
Johann-Beckmann-Gymnasium Hoya
Schulleiter: Herr OStD Dr. Meyer
Schuljahr 2014/15, Klasse 8A,
Schuljahr 2021/22, Klasse 10B,
Ansprechpartner: Maik Landsmann, Frauke Litzkuhn
Auf dem Kuhkamp 1
27318 Hoya
Telefon: 04251 / 672981-0
Telefax: 04251 / 672981-57
Email: sekretariat@jbg-schule.de
in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Synagoge Hoya erstellt