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Haus Goldschmidt

Biography of Julius and Ella Goldschmidt

Ella und Julius Goldschmidt gehörten mit ihren beiden Töchtern zu den ärmeren Juden Salzkottens. Sie galten schon nach dem 1. Weltkrieg als arm und konnten deshalb keinen Beitrag zur Finanzierung der der jüdischen Gemeinde leisten.

Julius Goldschmidt war Kleinviehhändler und Metzger, Ella Goldschmidt betrieb einen kleinen Obst- und Kleinsthandel. Ihr Haus, 1931 erbaut, war stark mit Hypotheken belastet. Auf der Grundlage der „Verordnung über den Einsatz jüdischen Vermögens“ vom 3.12.1938 konnte jüdischer Besitz zwangsweise arisiert werden. Daher mussten Goldschmidts im Jahr 1940 ihr Haus verkaufen.

Schon 1934 waren Goldschmidts Opfer einer SA –Aktion: nach einem Sportfest wurden bei ihnen Fensterscheiben eingeworfen.

Am Morgen des 10. 11.1938 wurde Julius Goldschmidt erhaftet, in der Wewelsburg verhört und anschließend in das KZ Buchenwald gebracht. Dort blieb er bis Dezember 1938. Während dieser Zeit musste Ella Goldschmidt einen Antrag auf „Gewährung von Fürsorgeunterstützung“ stellen.

Im Jahr 1938 war das Geschäft Goldschmidts nicht mehr rentabel. Um seine Familie ernähren zu können, wurde er von der Stadt als „Hilfsarbeiter“ eingesetzt.

Die beiden Töchter Friedel und Julia konnten 1940 bzw 1941 auswandern. Friedel arbeitete nach dem Volksschulabschluss ohne Lehrstelle zunächst für zwei Jahre als Hausmädchen bei Familie Herz. Nachdem dies nicht mehr möglich war, konnte sie im jüdischen Waisenhaus in Paderborn Arbeit finden. Sie wurde dort auch auf ein Leben in Palästina vorbereitet und wanderte 1940 nach Palästina aus, später ziog sie in die USA.

Julia konnte, nachdem sie aus der Öffentlichen Schule zwangsweise entlassen wurde, ihre Schulbildung im jüdischen Waisenhaus fortsetzen und wurde auch hier auf ihre Auswanderung in die USA (August 1941) vorbereitet .

Noch im Frühjahr 1939 hatten Ella und Julius Goldschmidt darauf bestanden, ihr Haus erst dann zu verkaufen, wenn sie die notwendigen Auswanderungsbescheinigungen in den Händen hielten. Waren ihre finanzielle Mittel nach der Auswanderung der Töchter erschöpft? Vier Monate nach der Ausreise ihrer jüngsten Tochter waren sie jedenfalls Opfer der ersten Deportation im Dezember 1941 nach Riga.

Julius Goldschmidt starb dort an Unterernährung , seine Frau Ella wurde erschossen.

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