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Krauter, Paul

Biografie von Paul Krauter

Paul Krauter wurde am 3.April 1896 als Sohn von Jakob Krauter (1845 bis 1919) und Katharina Krauter geb. Uebele (1854 bis 1935) in Backnang geboren. Sein Vater stammte aus Unterschöntal, seine Mutter aus Kellerklinghöfle, Gemeinde Kaisersbach.

Paul war das jüngste von sieben Kindern. Drei seiner Geschwister waren zwischen 1875 und 1881 im Säuglingsalter gestorben, sein 13 Jahre älterer Bruder wurde 1915 im Ersten Weltkrieg getötet. [1]

Im Schulalter verbrachte Paul Krauter fünf Jahre in der Heil- und Pflegeanstalt Mariaberg (Gammertingen), einer der ältesten Einrichtungen der Behindertenhilfe, die schon bei ihrer Gründung im 19.Jahrhundert Angebote der Beschulung, der Beschäftigung und des Wohnens bereitstellte. Zurück in Backnang lebte er nach dem Tod seines Vaters 1919 sechzehn Jahre lang im Hause mit seiner Mutter. [4] Er arbeitete und verdiente Geld in der Spinnerei. [5]

Kurz vor dem Tod seiner Mutter wurde er von der Kreisfürsorgebehörde Backnang in die Heil- und Pflegeanstalt Stetten überwiesen, wo er am 1. Oktober 1935 aufgenommen.

In Stetten wurde er vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt. Er ist evangelisch, besucht die Kirche öfters, nimmt sogar mehrmals Urlaub. [8]

Paul Krauter wurde am 12. November 1940 von Stetten nach Grafeneck deportiert. Bei diesem fünften Transport von Stetten nach Grafeneck wurden in zwei Bussen der Gekrat (Gemeinnützige Krankentransportgesellschaft m.b.H.) 43 behinderte Menschen verschleppt und am selben Tag in der Gaskammer in Grafeneck ermordet. Die Transportliste für den fünften Transport enthält ursprünglich 92 Namen. Bei 31 Männern und vier Frauen gelingt eine Rückstellung des Transport, wohl vor allem, weil die Gekrat an diesem Tag ausgelastet war. [9]

Bernd Hecktor

Quellen:

[1] Württembergisches Standesamt Backnang, Auszug aus dem Famileinregister Band 1, Blatt 391, gesichtet in der Krankenakte von Paul Krauter, Archiv der Diakonie Stetten

[4] Bernhard Trefz : "Ungeheilt in eine andere Anstalt verlegt..."- Das tragische Schicksal der Backnanger "Euthanasie"- Opfer, in: Backnanger Jahrbuch 2011, Hrsg. Gerhard Fritz und Bernhard Trefz, Backnang 2011, S.160

[5] Krankenakte Paul Krauter, Archiv der Diakonie Stette

[9] Martin Kalusche: Das Schloss an der Grenze, Hamburg 2011, S.325

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