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Sichel, Max und Hildegard

Biografie von Max Sichel und Hildegard Sichel geb. Nacher

Gohliser Str. 18

Max Sichel wurde am 7.12.1896 in Grünsfeld (Baden) geboren. Hildegard Sichel, geb. Nacher, stammt aus Hettstedt, wo sie am 12.1.1911 geboren wurde. Erst kurz vor ihrem Zuzug von Grünsfeld nach Leipzig im Juli 1935 heirateten beide. Max Sichel war Kaufmann und betrieb einen Textilgroßhandel in Leipzig-Gohlis. Ihr Sohn Bernd kam am 10.11.1936 zur Welt.

Nachdem die Familie nach dem Novemberpogrom 1938 aus ihrer Wohnung in der Danziger Straße (heute: Max-Liebermann-Straße) vertrieben worden ist, fand sie zunächst Zuflucht bei der couragierten Familie Thomas in Leipzig - Marienbrunn. Mit dem 1.12.1938 wohnten sie in der Gohliser Straße 18 zur Untermiete.

Max Sichel plante die Auswanderung. Ziel war Bolivien. Max Sichel musste seine Firma im Dezember 1938 abmelden und der NS-Staat bemächtigte sich seines betrieblichen und privaten Vermögens.

Seit dem 26. April 1938 musste das gesamte Vermögen über 5.000,- RM gemeldet werden. Potentielle Auswanderer wurden nun im Zusammenspiel von Polizeibehörden, Zollfandungsstelle, dem Hauptzollamt, Finanzämter und Banken an die Oberfinanzpräsidenten gemeldet und das Vermögen wurde dem persönlichen Zugriff entzogen. Jeglicher Geldtransfer musste nun beantragt und genehmigt werden.

Die Devisenstelle beim Oberfinanzpräsidenten Leipzig hat am 8.2.1939 eine solche „Sicherungsanordnung“ über Sichels Vermögen erlassen. Nachdem die Familie am 20.7.1939 nach Paris ausgewandert war, wurde das Geldvermögen in ein „Auswanderer-Sperrkonto“ umgewandelt. Das heißt, das Vermögen der Familie Sichel wurde praktisch konfisziert.

Frankreich bot nach der deutschen Besetzung nicht den erhofften Schutz. Max Sichel (45 Jahre) wurde am 26.8.1942 nach Auschwitz deportiert und am 24.11.1942 ermordet. Eine Woche später, am 2.9.1942, wurde auch seine Frau Hildegard Sichel (31 Jahre) nach Auschwitz deportiert. Ihr Todesdatum ist nicht bekannt. Der kleine Sohn Bernd überlebte den Holocaust.

Quelle: Sächsisches Staatsarchiv/Staatsarchiv Leipzig
Patenschaft: Birgit Richter

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