Biografie von Otto Keil
Corinthstr. 9
Otto Richard Keil wurde am 24. September 1905 in Leipzig-Plagwitz geboren. Er war seit dem 22. Dezember 1932 mit Frieda Hedwig Keil (geb. Schlägel) verheiratet und von Beruf Maschinenschlosser. Beide hatten sich Mitte der 1920er Jahre als Zeugen Jehovas taufen lassen.
Am 20. Mai 1936 wurde Otto Keil zusammen mit seiner zum damaligen Zeitpunkt schwangeren Ehefrau wegen seiner Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas festgenommen und im Untersuchungsgefängnis Halle/Saale inhaftiert. Das Ehepaar verweigerte den Hitlergruß sowie Mitgliedschaften in NS-Organisationen.
Nach einem Bericht seiner Frau wurde Otto Keil bei seinen Verhören im Gefängnis in Halle schwer misshandelt. Das Sondergericht Freiberg/Sachsen verurteilte ihn am 22. Juni 1937 wegen der Betätigung als Zeuge Jehovas zu 4 Jahren Gefängnis. Die Haft saß er in Bautzen und Heeselicht (Burg Stolpen) ab. Am 26. Juli 1940 kam er wieder frei.
Seine Frau wurde am 8. September 1936 zur Entbindung ihrer Tochter aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen. Am 26. Dezember 1936 gebar sie das Kind. Fünf Monate danach – am 22. Mai 1937 – wurde sie zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Die noch offenen drei Monate Gefängnis verbüßte sie 1938. Ihr Baby musste sie in dieser Zeit bei Verwandten in Schlesien unterbringen.
Am 16. Dezember 1940 wurde Otto Keil in Leipzig zum Kriegsdienst eingezogen. Diesen verweigerte er noch am selben Tag aufgrund seiner religiösen Überzeugung. Im Februar 1941 brachte man ihn ins Gefängnis nach Berlin-Moabit. Am 18. April 1941 wurde Otto Keil vom 2. Senat des Reichskriegsgerichts in Berlin-Charlottenburg wegen „Zersetzung der Wehrkraft“, d.h. wegen der Verweigerung des Wehrdienstes, zum Tode verurteilt.
Am 24. Mai 1941 wurde Otto Keil im Alter von 35 Jahren in Brandenburg-Görden enthauptet.
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