Biografie von Wilhelm Kübler
Wilhelm Christian Kübler
wurde am 6.Juli 1900 als Sohn des Christian Gottlieb Kübler (1867 bis 1936) und dessen Ehefrau Luise Friederike geb. Epple (1870 bis 1953) in Backnang geboren. Wilhelm war der zweitälteste Sohn in der Familie. Er hatte noch drei Geschwister: die Brüder Karl (im Krieg getötet im Januar 1945) und Eugen und eine Schwester. Sie wuchsen gemeinsam in seinem Geburtshaus auf, der damaligen Steinbacher und späteren Eugen Adolff Str. 2, heute Burgplatz 9.
Es beherbergt das "Museum Schmiede Kübler" und gibt Einblicke, wie die Schmiede von seinem Bruder Eugen Kübler bis 1992 betrieben wurde. Wilhelms Vater war Schmied und auch seine drei Söhne lernten das Schmiedehandwerk. Wilhelm besuchte als Sohn der Stadt die Volkschule und wurde in der Stiftskirche konfirmiert.
Am 28.2.1933 wurde Wilhelm Kübler in die Anstalt Stetten eingeliefert. Nach vier, anderen Angaben zufolge neun Monaten Behandlung wurde er nach Hause entlassen und lebte bei seinen Eltern . Am 14.4.1935 , nach Akten der Anstalt Winnental am 13.10.1934 wurde er auf Beschluß des Amtsgerichts Backnang in die Heilanstalt Winnental eingewiesen.
In einem handschriftlichen Eintrag in seiner Krankenakte ist vermerkt, dass er am 11.6.1940 verlegt wurde. "Verlegt" war der NS- Codename für die Deportation zur Tötungsfabrik in Grafeneck auf der Schwäbischen Alb und die sofortige Ermordung mit Gas.
Bernd Hecktor
Quellen:
Bernhard Trefz: "Ungeheilt in eine andere Anstalt verlegt..."- Das tragische Schicksal der Backnanger "Euthanasie" Opfer, in: Backnanger Jahrbuch 2011, hrsg. von Gerhard Fritz und Bernhard Trefz, S 154 - 171,
Heilanstalt Winnental: "Liste der am 11.Juni 1940 nach GrafeneckKreis Münsingen verlegten Geisteskranken", im Besitz der Gedenkstätte Grafeneck
Staatsarchiv Ludwigsburg: F 235III
Abbildung der Schmiede Kübler in Backnang in: Achim Frick: "Die Backnanger Schmiede in der Oberen Vorstadt", in: Backnanger Jahrbuch 1991/92 Hrsg.: Stadt Backnang und Verlag Fr. Stroh, Backnang 1991, S. 86
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