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Judde-Mina

Biografie von Wilhelmine (Mina) Kraft

Nach dem Tod ihres jüdischen Vaters 1892 heiratete Mina Keller am 19.Februar 1901 den katholischen Maler („Weißbinder“) Adam Kraft „in Zivilehe“, wie der katholische Pfarrer E. Herbst anmerkte.
Mina selbst erhielt ab 1903 katholischen Unterricht, konvertierte im Februar 1928 zum Christentum und war aktives Mitglied der katholischen Gemeinde.

Mit der Reichsprogromnacht wurde die Verfolgung stärker. Neuenhainer Hitlerjungen beschmierten das Haus der Familie Keller mit Hakenkreuzen und antisemitischen Sprüchen. Wilhelmine und die Großeltern standen zitternd hinterm Fensterladen und sahen alles mit an. Für eine Auswanderung hatte die Familie Kraft aber kein Geld.

Auf Betreiben ortsansässiger Nazionalsozialisten erhielt Mina 1943 die Aufforderung aus Frankfurt, sich zur sogenannten „Aussiedlung“ im Haus der ehem. jüdischen Gemeinde in Frankfurt im Hermesweg 5-7, das inzwischen ein Gestapo-Zwangslager war, zu melden.

Am 28.10.1943 wurde Mina direkt nach Auschwitz deportiert, wo sie im Dezember 1943 umgebracht wurde.

Sowohl die Einwohnermeldekarte von Mina Kraft als auch die amtlichen Papiere zu ihrer Deportation waren nach Kriegsende in Neuenhain nicht mehr auffindbar.

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