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Familie Leichentritt

Biografie von Hermann, Jenny, Günter und Ernst Leichentritt

Die spätere Familie Leichentritt aus Borken beginnt mit Joseph Rothschild, geb. 1859 in Merzhausen, der Franziska Dillof, geb. 1862 in Frankenberg, heiratete.
Er zog nach Borken und führte seit 1888 eine Buchbinderei sowie Buch- und Schreibwarenhandlung in der Borkener Bahnhofstraße. Die Eröffnung war im Haus der Sterns, später in dem hier benannten Haus in der Bahnhofstraße, was er 1893 von Hermann Völker erworben hatte. Die Kinder Gertie und Frieda wurden 1889 und 1990 geboren, Tochter Jenni 1892 und Sohn Hermann 1896. Hermann fiel im 1. Weltkrieg bei Verdun am 16. August 1916. Er liegt nicht in Borken begraben und liegt wahrscheinlich in einem der dortigen Massengräber.
Mutter Franziska starb bereits 1922, Grab am jüd. Friedhof Borken #20.
Hermann Leichentritt wurde 1885 in Zerkow, Polen geboren und war ab 1905 als Buchbinder in Oldenburg. Heinrich Windeck, damals Vorsitzender des Borkener Geschichtsvereins, schrieb 1988:
"Hermann (Leichentritt) kam zu Beginn der 1920er Jahre zu dem Buchbinder Joseph Rothschild nach Borken. Sie betrieben jetzt zusammen die Buchbinderei, einen Buchhandel und verkauften nebenher noch Schulartikel und Schreibwaren. Er heiratete kurz darauf die Tochter Jenni des Buchbinders Rothschild und übernahm einige Jahre danach das Geschäft in eigener Regie."
Die Hochzeit fand am 15.06.1925 statt und es gingen die Söhne Paul (1926), Günter (1928) und Ernst (1930) hervor. Paul starb 1928, Grab am jüd. Friedhof Borken #45.
Hermann Leichentritt war Herausgeber der Borkener Zeitung von 1926 bis 1933.
Bereits im März 1933 wurde Hermann Leichentritt als Herausgeber der Borkener Zeitung dessen Amtscharakter entzogen. Durch die weiteren ausgrenzenden Maßnahmen gegen jüdische Geschäfte sah er sich nach eigenen Angaben danach gezwungen, seinen Betrieb zu liquidieren. Ein Kaufvertrag mit Karl Spanknebel belegt den Übergang des Besitzes am 05.09.1933 für RM 8.500. Die Familie verließ Borken gemeinsam mit "Opa" Joseph Rothschild am 27.10.1933 und zog zu Verwandten nach Heinebach. 1936 gelang allen die Ausreise nach Palästina. Die Stolpersteine geben das Jahr 1933 an. Joseph starb 1949 in Haifa im Alter von 92 Jahren.

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Quellen & Impressum

Schüler AG der Gustav Heinemann Schule Borken

Schüler AG der Gustav Heinemann Schule Borken, Thomas Hube, in ehrenamtlicher Zusammenarbeit mit Joerg Domes. Bei Rückfragen oder Anmerkungen Kontakt: joergdomes@t-online.de