Biografie von Oskar Wachenheimer und Käthe Wachenheimer, geb. Ehrlich
Verlegung der Stolpersteine am 13.10.2005
Das Ehepaar Oskar und Käthe Wachenheimer wohnte in der Unteren Hauptstraße 13. Hier war auch die von Oskar Wachenheimer und seinem Bruder Hugo gemeinsam betriebene „Heinrich Wachenheimer oHG für Aussteuerartikel“ untergebracht. Der Großvater der beiden Brüder, Heinrich Wachenheimer hatte die Firma 1858 ins Leben gerufen.
Wie alle jüdischen Männer Kippenheims wurde Oskar Wachenheimer während des Novemberpogroms 1938 (10. November 1938) von den Nationalsozialisten festgenommen, ebenso sein Bruder Hugo. Seine Frau Käthe und die zu ihr geflohene Schwägerin Ella Wachenheimer, beobachteten vom Fenster aus, wie ihre und die anderen jüdischen Männer aus Kippenheim und den Nachbarorten von der SS in Richtung Lahr-Dingling zum dortigen Bahnhofs getrieben wurden. Später erfuhren die Frauen, dass man ihre Männer in das KZ-Dachau verbracht hatte. Auf ihre Nachfrage hin, wann diese entlassen würden, erhielten sie keine Antwort.
Während die jüdischen Männer in Dachau festgehalten wurden, bewertete das badische Finanzministerium ihre Betriebe und Geschäfte. Ein „Verzeichnis jüdischer Gewerbetriebe in Kippenheim“ nennt die „Heinrich Wachenheimer oHG“: „Offene Verkaufsstelle, Bürolager. Keine Arbeiter, keine Angestellten. Jetzt nicht mehr im Betrieb“. Oskar Wachenheimer kam erst am 13. Dezember 1938 wieder zurück nach Kippenheim. Trotz ihrer Anstrengungen, Deutschland verlassen zu können, gelang es Oskar und Käthe Wachenheimer nicht, ein Aufnahmeland zu finden, das bereit war sie aufzunehmen. Am 22. Oktober 1940 wurden sie und die anderen noch in Kippenheim lebenden Jüdinnen und Juden nach Südwestfrankreich abgeschoben und von den französischen Behörden im Lager Gurs interniert. Im August 1942 brachte die französische Polizei Käthe und Oskar Wachenheimer in das Sammellager Drancy. Von dort aus wurden sie am 12. August 1942 mit dem Transport 18 nach Auschwitz verschleppt. Ihr Todestag ist nicht bekannt.
Quelle Text: Jürgen Stude
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Leonie Durlacher geb. Weil20 m
50 m
Ella Wachenheimer geb. Eichel50 m
Hermann Wertheimer50 m
Sophie Wertheimer geb. Günzburger90 m
100 m
Quellen & Impressum
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025