Biografie von Johanna Warschauer
Johanna Warschauer kam 1933 nach Kleve, weil sie hier Verwandte hatte. Zuvor hatte sie, zunächst gemeinsam mit ihrem Mann Lothar, in Gladbeck (Westfalen) ein Damenhutgeschäft betrieben, das sie nach der Scheidung alleine weiterführte. 1928 verlegte sie das Geschäft innerhalb Gladbecks und wohnte auch im selben Haus. Das Geschäft litt bereits vor 1933 unter der Weltwirtschaftskrise, zu der 1933 die Boykottmaßnahmen der Nationalsozialisten kamen, sodass sie im selben Jahr das Geschäft aufgeben musste. Daraufhin ging sie nach Kleve, zunächst zu Verwandten in die Flandrische Straße. Diese richteten ihr 1934 in der Materborner Allee 88 (heute: Hoffmannallee 88) eine Wohnung ein. In den folgenden Jahren arbeitete sie in mehreren jüdischen Haushalten, wurde aber auch von ihrer Tochter finanziell unterstützt. Im November 1941 wurde sie gezwungen ihre Wohnung unter Zurücklassung all ihrer Habe zu verlassen und in das sogenannte „Judenhaus“ an der Klosterstraße (heute: An der Münze) zu ziehen, von wo aus sie nur wenige Wochen später nach Riga deportiert wurde. Weitere Angaben sind nicht bekannt.
Ihrer 1913 geborenen einzigen Tochter Helene, die eine Ausbildung zur Kindergärtnerin absolviert hatte, gelang 1939 die Flucht nach Australien. Von Sydney aus stellte sie Ende der 50er-Jahre einen Entschädigungsantrag, dessen Bearbeitung sich jahrelang hinzog und der nur teilweise erfolgreich war.
Johanna Warschauer geb. Jonas (Borken 10.07.1879 – 11.12.1941 deportiert nach Riga)
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Quellen & Impressum
Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.
mifgash.de
Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.
Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de