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Lea Weinberg

Biografie von Lea Weinberg

Obergasse 12
Person:
Lea Weinberg geborene Grünebaum, wurde am 8.Juli 1869 in Rendel geboren.

Lea Weinberg war verheiratet mit Benzian Weinberg und hatte mit ihm zwei Kinder. Lea hatte eine private Nähschule wo sie Kindern aus Rendel und naher Umgebung das Nähen beibrachte. Für die Mädchen im Dorf nähte sie Dirndl zum Erntedankfest. Daran erinnert sich die Enkelin Lilli Schneider, die Karl Schneider den Sohn des ehemaligen Bürgermeisters von Rendel Philipp Schneider heiratete.
Benzian Weinberg war als sehr geachteter Mann in Rendel bekannt. Er arbeitete als Makler. Benzian brillierte sich am Karneval mit Büttenreden, alte Rendeler erinnern sich, dass er bei einem Fastnachtsumzug auf einem Pferd geritten sei. Zudem sei er bei dem TV Rendel sowie im Gesangsverein ,,Liederkranz“ aktiv gewesen und dort soll sein Lieblingslied ,,Der Postillon von Lonjumeau “ gewesen sein. Diese Informationen sind aus dem Artikel ,,Die Rendeler Juden und ihre Schicksale“ aus dem Karbener Heft Nummer eins von 1974. Autor war Helmut Heide, er war Gründer und Vorsitzender der Historischen Kommission der Stadt Karben. Benzian starb wahrscheinlich schon vor 1914.
Wilhelm und Irene waren die beiden Kinder von Benzian und Lea. Wilhelm war als Unteroffizier im kaiserlichen Garderegiment im ersten Weltkrieg. Dort wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und fiel kurz vor Kriegsende 1918 in Frankreich. Irene heiratete den Landwirt Wilhelm Gruner der dem christlichen Glauben angehörte. Sie sollte dennoch im Februar 1945 deportiert werden, durch einen Tipp vom Gendarm von Groß Karben, Reifschneider, konnte sie die Deportation um ein paar Monate vor Kriegsende entgehen. Wie sie das geschafft hat, sie ging zum Arzt und hat sich Transportunfähig erklären lassen von Doktor Paul Henrici der ihr so ein bisschen mehr Lebenszeit verschafft hat. Einige Jahre später wanderte sie mit ihrem Mann nach Kanada aus.
Wie auch in anderen hessischen Orten kam die Geheime Staatspolizei (Gestapo) am 15.September 1942 auch nach Groß Karben und Rendel. An dem Tag wurde Lea aus dem Haus ihrer Tochter abgeholt, was in der Untergasse 3 war, Dort wurde sie mit weiteren jüdischen Menschen auf einen Laster gezogen der sie zur Augustiner-Schule in Friedberg brachte. Von da aus ging es in ein zentrales Sammellager nach Darmstadt. Am 27.September 1942 wurde Lea mit fünf weiteren Kärber Juden in einem Zug mit 1288 Menschen in das Ghetto Theresienstadt bei Prag deportiert. Lea starb im Alter von 73 Jahren am 10.Dezember 1942. Seit 1994 erinnert in Rendel die Straße ,,Lea-Weinberg-Straße“ im ,,Neubaugebiet Fuhrweg“ an sie.

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Quellen & Impressum

Initiative “Stolpersteine in Karben“

Hartmut Polzer
Robert-Koch-Str.1, 61184 Karben

In Kooperation mit der Kurt-Schumacher-Schule in Karben in der Projektwoche zum Thema: "Karbener Stadtgeschichte - Digital: Stolpersteine in Karben als App" angeleitet durch Ann-Kathrin Schouwenburg (Geschichtslehrkraft).

Die Texte zu den Stolpersteinen und der Stolperschwelle wurden von den folgenden Schüler*innen verfasst:
Alivkin, Kevin; Decker, Sarah; Demirci, Batuhan; Kiehl, Arvid; Knochenhauer, Maik; Leonhard, Jannis; Malkwitz, Annabelle; Meister, Alva; Nalbant, Seyma; (Oechler, Lars); Steinert, Amon; Steinert, Kara; Straka, Melanie; Toma, Ruben; (Züsch, Elias)