Biografie von Isidor Kahn und Bella Vogt
Isidor Kahn
Geb. in Groß Karben, 06. Dezember 1861
Ges. 29. Oktober 1942 (deportiert und in Ghetto Theresienstadt verstorben)
Isidor Kahn hatte den Spengler-Betrieb seines Vaters Aron Kahn übernommen. Am 19.09.1942 wurde er mit einem Alter von 81 Jahren zusammen mit vielen weiteren Juden aus Karben und Rendel mit einem LKW von zu Hause abgeholt und in die Augustiner-Schule in Friedberg und einige Tage später in das Sammellager in Darmstadt gebracht. Zusammen mit den Ehepaaren Rosenthal (Heldenberger Straße), Hirsch (Wilhelmstraße) und Lea Weinberg (Rendel) wurde Isidor Kahn am 29. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt verschleppt, wo er dann einen Monat später verstarb.
Bella Vogt
Geb. 29.Mai 1893 (deportiert am 14. Februar 1945 nach Ghetto Theresienstadt, überlebte)
Ges. 09. November 1977, wurde auf dem Christlichen Friedhof von Groß-Karben beerdigt)
Bella Vogt (geb. Levita) heiratete im Jahr 1919 mit Karl Vogt, der dem christlichen Glauben angehörte und als Beamter bei der Reichsbahn tätig war. Nach der Hochzeit zog das Ehepaar zu Bellas alleinlebendem Onkel Isidor Kahn nach Groß-Karben. Durch ihre Ehe mit einem Christen blieb Bella Vogt anfänglich vor Verfolgung verschont. Ihr Ehemann Karl Vogt wurde mehrfach gedrängt, sich von ihr scheiden zu lassen. Aufgrund seiner Weigerung wurde er aus der Direktion der Reichsbahn versetzt. Damit ihr Haus nicht den Nationalsozialisten in die Hände fiel, überschrieben sie es an das Ehepaar Dreßler im Jahr 1937, welches zu dem Ehepaar Vogt ins Haus zog. Vier Jahre später wurde Bella Vogts Familie Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Ihr Onkel wurde im November 1942 deportiert und da ab Herbst 1944 offiziell auch jüdische Ehepartner deportiert wurden, musste Bella Vogt am 14. Februar 1945 am Groß-Kärber Bahnhof in einen Zug nach Frankfurt steigen. Während die Fahrt bis Frankfurt im Personenzug stattfand, wurde Bella Vogt von dort aus fünf Tage lang mit 50 anderen Menschen in einem Viehwaggon zusammen gepfercht ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Bella Vogt war vier Monate im Ghetto Theresienstadt inhaftiert. Nach ihrer Befreiung durch die Rote Armee am 10. Mai 1945 (Himmelfahrtstag) kehrte sie am 26. Juni 1945 nach Groß-Karben zurück. Sie zog wieder zu ihrem Ehemann Karl Vogt in das Haus in Bahnhofstraße 31, in dem sie gemeinsam mit ihrem Mann und dem Ehepaar Dreßler bis zu ihrem Tod lebte.
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Quellen & Impressum
Initiative “Stolpersteine in Karben“
Hartmut Polzer
Robert-Koch-Str.1, 61184 Karben
In Kooperation mit der Kurt-Schumacher-Schule in Karben in der Projektwoche zum Thema: "Karbener Stadtgeschichte - Digital: Stolpersteine in Karben als App" angeleitet durch Ann-Kathrin Schouwenburg (Geschichtslehrkraft).
Die Texte zu den Stolpersteinen und der Stolperschwelle wurden von den folgenden Schüler*innen verfasst:
Alivkin, Kevin; Decker, Sarah; Demirci, Batuhan; Kiehl, Arvid; Knochenhauer, Maik; Leonhard, Jannis; Malkwitz, Annabelle; Meister, Alva; Nalbant, Seyma; (Oechler, Lars); Steinert, Amon; Steinert, Kara; Straka, Melanie; Toma, Ruben; (Züsch, Elias)