Biografie von Emil Lindenberg, Margarethe Lindenberg geb. Lewin und Gertrud Lindenberg
Emil Lindenberg (geb. 01.10.1874) entstammte der in Vilsen seit mindestens 1777 ansässigen Familie Lindenberg, die sehr erfolgreich im Leinenhandel tätig war. Er war der dritte Sohn von Salomon Lindenberg. Seine Brüder Richard und Hugo wohnten ebenfalls in Bruchhausen-Vilsen.
Emil Lindenberg war Dentist und heiratet Margarete Lewin (geb. 20.10.1876) aus Strelitz. Mit ihr lebte er mindestens seit dem Jahr 1910 zusammen am damaligen Centralplatz, dem heutigen Engelbergplatz und betrieb dort seine Praxis. Gertrud und Emil bekamen drei Kinder, von denen zwei im jugendlichen Alter in den 1920er Jahren verstarben. Emil war sehr engagiert in verschiedenen Vilsener Vereinen, so auch als ehemaliger Major im Ersten Weltkrieg im Kriegerverein. Die Familie wurde als modern, gebildet und nicht traditionell jüdisch beschrieben.
Ihre Tochter Gertrud (geb. 26.10.1916) schickten sie 1933 kurz nach der Machtübergabe an die NSDAP mit sechzehn Jahren zu Verwandten in die USA. Emil und Margarete hingegen blieben, im Gegensatz zu den Familien seiner Brüder Richard und Hugo, in Bruchhausen-Vilsen zurück, vielleicht bedingt durch eine Erkrankung Margaretes.
Spätestens mit den Novemberpogromen und den in der Folge verschärften Gesetzen wurde eine freie Verfügung über ihr Vermögen unmöglich. Die Familie musste sog. Sühnezahlungen leisten und ihren gesamten Besitz verkaufen.
Nach den Verkäufen mussten Margarete und Emil Lindenberg 1941 zunächst in die Hoyaer „Eierburg“ umziehen, die als Armen- und Judenhaus diente. Von dort wurden sie am 24. Juli 1942 über Hannover nach Theresienstadt deportiert, wo Margarete am 31. August und Emil Lindenberg am 22. November 1942 ermordet wurden.
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