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Forberg, Franziska

Biografie von Franziska Forberg

Talstr. 23 / Ecke Seeburgstr.
Franziska Forberg

Franziska Forberg war die Tochter des jüdischen Bankiers Ludwig Gumpel und wurde am 3.10.1869 in Leipzig geboren. Im Mai 1896 heiratete sie Robert Max Forberg, der Inhaber des von seinem Vater 1862 gegründeten „Rob. Forberg Musikverlag“ war. Der Verlag wurde vor allem durch sein Engagement für Werke russischer Komponisten bekannt (u.a. Tschaikowskys, Arenskys, Tscherepnins, Balakirews, Rimski-Korsakow) und besteht innerhalb des G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag heute immer noch. Daneben betrieb die Familie eine Kommissionsbuchhandlung. Das Verlagshaus befand sich in der damaligen Talstraße 19 an der Ecke zur heutigen Seeburgstraße.
Als Robert Max Forberg 1920 starb, übernahm seine Frau die Verlagsleitung. Da die Ehe kinderlos blieb, stieg 1925 Frau Forbergs Neffe Horst von Roebel als Teilhaber in den Verlag ein.
Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten musste 1934 als erstes die Buchhandlung aufgegeben werden. Der Verlag konnte 1936 durch die Übertragung der Alleininhaberschaft an Horst von Roebel gerettet werden.
Nach der Pogromnacht 1938 begann die endgültige Enteignung von Franziska Forberg. Ihr 1886 verstorbener Vater hatte die Stiftung „Gumpel‘sches Vermächtnis“ gegründet. Damit unterstützte er Arme und Benachteiligte in der Stadt Leipzig. Ein gewisser Sockelbetrag sollte jedoch der Unterstützung der eigenen Familie dienen. Ende der 1930er Jahre lebte neben Franziska noch ihr Bruder Gustav Gumpel in Leipzig. Die von der Stadt Leipzig („Stiftungsamt“) verwaltete Stiftung entzog Frau Forberg 1940 den einst verfügten Unterhalt, denn das Geld sollte allein „arischen“ Leipzigern zu Gute kommen. Weiterhin musste im März 1942 Frau Forberg ihre Wohnung in der Grassistr. 46 aufgeben und in das sog. „Judenhaus“ in der Gustav-Adolf-Str. 7 ziehen. Ihr Wohnungsinventar wurde vom Versteigerungshaus Hans Klemm verwertet. 6.900 Mark flossen in die Staatskasse und ca. 1.200 Mark verdiente das Versteigerungshaus.
Gedemütigt und in Ankündigung der Deportation nach Theresienstadt am 19.9.1942 nahm sich Franziska Forberg (72 Jahre) am 1. September 1942 das Leben.

Recherchen und Patenschaft: Maike Wagner

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