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Zerbst, Rudi

Biografie von Rudi Zerbst

Nürnberger Str. / Ecke An der Verfassungslinde
Rudi Zerbst

Rudi Zerbst wurde am 7.11.1907 in Leipzig geboren und wuchs in Lindenau auf. Nach seinem Volkschulabschluss ging er bei seinem selbständig wirtschaftenden Vater als Holzbildhauer in die Lehre. Rudi Zerbst verstand sich selbst als Kunst-Zeichner. Nach 1928 versuchte er sein Glück in verschiedenen Städten Deutschlands sowie in Ungarn, der Schweiz, Italien und Spanien. Von Barcelona kam er 1930 mittellos nach Leipzig zurück und lebte von städtischer Unterstützung. Ein Herzleiden hinderte ihn daran, schwerere körperliche Arbeiten verrichten zu können und einer „geregelten“ Arbeit nachzugehen. Durch Portraitzeichnungen in Gastwirtschaften verdiente er sich etwas dazu.
Im Mai 1935 heiratete er Else Löffler. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.
Nachdem die Nationalsozialisten bereits im Frühjahr 1938 massenhaft sogenannte „Asoziale“, die den geforderten Normen nicht entsprachen, in die Konzentrationslager steckte, verschärfte sich der Druck auf Rudi Zerbst ab 1939. Sein unstetes Leben stand im krassen Gegensatz zur verordneten „Zucht und Ordnung“. Hinzu kam, dass er wenig Respekt vor der nationalsozialistischen Verwaltung zeigte, wie aus seiner Polizeiakte im Staatsarchiv Leipzig hervorgeht. Das Leipziger Wohlfahrts-Amt hatte seine Überweisung in ein KZ beantragt und so die polizeiliche Ermittlung in Gang gesetzt.
Die Arbeiten, die ihm das Sozial- und Arbeitsamt verordneten, brach Rudi Zerbst alle ab. Entsprechend seinen Fähigkeiten als Portraitzeichner zu arbeiten, wurde ihm vom Gewerbeamt verwehrt. Im März 1940 verwarnte ihn die Polizei: „Ich habe Kenntnis erhalten, daß ich bei Fortsetzung meines bisherigen Lebenswandels als arbeitsscheu und asozial, unweigerlich mit polizeilicher Vorbeugehaft und Unterbringung in ein Konzentrationslager zu rechnen habe.“
Drei Wochen später am 8.4.1940 wurde Rudi Zerbst verhaftet und am 25.4.1940 in das KZ Sachsenhausen gebracht. Gesuche seines Vaters, ihn wieder zu entlassen, sind abgelehnt worden.
Am 5.9.1940 überführte man ihn in das KZ Dachau und am 5.7.1941 nach Buchenwald. Hier kam Rudi Zerbst (33 Jahre) am 17.9.1941 in einer Arrest-Zelle – dem sog. Bunker - ums Leben.

Recherchen und Pate: Andreas Zerbst (Enkel)

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