Biografie von Alwine Dölfel
Nach einer Impfung erkrankte die am 19. Juni 1931 geborene Alwine Dölfel. Sie konnte plötzlich nicht mehr laufen, sitzen und sprechen. Das damals vierjährige Mädchen wurde in das Kinderhaus der psychiatrischen Anstalt Eglfing-Haar gebracht. Die behandelten Ärzte stellten Defizite in der Entwicklung fest und bezeichneten das Kind als „blöd“.
Entlassen im Dezember 1938, sah sich die Familie bald von der Pflege des behinderten Mädchens überfordert. Sie hatte zwei jüngere Schwestern und die Eltern entschieden, sie in die Pflegeanstalt Schönbrunn zu bringen. Die Familie besuchte sie dort jeden Sonntag. Um Platz zu schaffen für eine anderweitige Nutzung der Anstalt, wurden Pfleglinge aus Schönbrunn weggebracht, darunter auch Alwine.
Sie wurde im Juni 1944 erneut in die „Kinderfachabteilung“ der Heilanstalt Eglfing-Haar verlegt. Als „... hochgradig pflegebedürftiges idiotisches Kind…“ wie ein Stationsarzt dort notierte, wurde der 13-Jährigen eine Überdosis Luminal verabreicht und sie starb am 1. Oktober 1944. Die Ermordung wurde als Lungenentzündung getarnt.
Text und Recherche Frau Brigitte Fiedler, Gästeführerin der Stadt Dachau
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