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Familie Neustädter - Bahnhofstraße 9

Biografie von Jakob Hirsch Neustädter, Kathi Neustädter, Adelheid Lotte Archenhold und Kurt Eliezer Neustädter

Jakob Hirsch Neustädter wurde am 27. Oktober 1883 in Sulzbürg geboren. Er war das älteste von vier Kindern des Ehepaars Isack und Klara Neustädter, geb. Walz. Im Jahre 1909 zieht Jakob nach Neumarkt, wo er als Viehhändler zunächst in der Oberen Marktstraße 14 wohnt.

Kathi Neustädter, geb. Weinstein, wird am 6. August 1888 als Tochter des Viehhändlers Jakob Weinstein und seiner Frau Adelheid in Zirndorf geboren. 1911 heiratet sie Jakob Neustädter und zieht nach Neumarkt. Am 4. April 1913 wird Sohn Kurt Siegfried geboren. Ab 1921 wohnen die beiden in der Hindenburgstraße (heute: Bahnhofsstraße) Nr. 9, wo Jakob seinen Handel mit Nutz-, Zucht- und Schlacht-Rindvieh weiterbetreibt. Am 15. September 1922 kommt Tochter Adelheid Charlotte (Lotte) auf die Welt. Lotte sollte später die evangelische Mädchenschule in der Bahnhofstraße besuchen, die jüdische Schule war zu dem Zeitpunkt bereits aufgelöst.

In der Folge der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde das Ehepaar Neustädter, wie die meisten Neumarkter Juden, verhaftet und ins Neumarkter Amtsgerichtsgefängnis gesperrt. Auch Tochter Lotte muss als 16jährige für drei Tage in Haft. Kathi Neustädter wurde ebenso erst nach drei Hafttagen wieder entlassen, obwohl der Gefängnisverwalter Alois Schmid bereits am 10. November an das Neumarkter Bezirksamt meldete, dass der Bezirksarzt anordnete sie “sofort aus der Schutzhaft zu entlassen, da Gefahr für ihr Leben [bestünde] (Schlaganfall)“. Jakob wurde mit elf anderen Neumarkter Männern der Gestapo Regensburg überstellt. Dort wurde er nach 12 ½ Tagen Haft am 24. November entlassen.

Wohl auch unter dem Eindruck der immer bedrückenderen Lage in Deutschland wandert im Februar 1939 Tochter Lotte mit 17 Jahren mit der Kinder- und Jugendalijah nach Palästina aus, später heiratet sie dort einen Fritz (oder Peretz) Archenhold. Die Eltern ziehen schließlich am 11. September 1939 nach Nürnberg um. Als Wohnung ist in der Meldekarte die Knauerstraße Nr. 25 II bei Familie Schloßberger angegeben.

Am 29. November 1941 werden die Neustädters aus Nürnberg nach Riga-Jungfernhof deportiert, wo sie Opfer der Shoa werden.

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Quellen & Impressum

Initiative Stolpersteine für Neumarkt und Sulzbürg

Initiative Stolpersteine für Neumarkt und Sulzbürg und
die beiden Geschichts-P-Seminare „Nie wieder - Wider das Vergessen“ des Ostendorfer-Gymnasiums