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Weitz, Salo

Biografie von Salo Weitz

Rosentalgasse ehem. Nr. 2 / Ecke Parkplatz
Salo Szemaj Weitz

Salo Szamaj Weitz wurde am 15.08.1904 in Kolomea, Galizien, als Salo Szamaj Waldmann geboren. Nach Angaben des Sächsischen Staatsarchivs zog er im Jahr 1904 mit seinen Eltern, David Hersch Weitz und Klara (Kaina) Waldmann, sowie seiner älteren Schwester Rosa nach Leipzig.
Seit 1912 wohnte die Familie in der Rosentalgasse 2. Vater David starb am bereits 1927.
Salo Weitz arbeitete in mehreren Quellen übereinstimmend als Handelsgehilfe/ Handlungsgehilfe für Textilien. Salo Weitz lebte bis 1938 in Leipzig in der Rosentalgasse 2. Am 28.10.1938 wurde er bei der sogenannten „Polenaktion“ nach Polen ausgewiesen. Bei dieser Aktion wurden ca. 17.000 in Deutschland lebende polnische Juden an die polnische Grenze gebracht und abgeschoben. In Leipzig erließ das Leipziger Ausländeramt für ca. 1650 Haushalte sog. „Aufenthaltsgebote“. Die zur Abschiebung Festgenommenen durften nur die nötigsten persönlichen Dinge mitnehmen, jedoch keine Wertsachen. Der Grund für die sogenannte „Polenaktion“ war, dass die polnische Regierung erklärte, allen Polen, die in Deutschland länger als fünf Jahre lebten, die polnische Staatsbürgerschaft abzuerkennen, was sie zu Staatenlosen gemacht hätte. Über 1600 Männer, Frauen und Kinder wurden in vier Sonderzügen nach Beuthen an die polnische Grenze gebracht. Hier mussten sie mehrere Tage im Ungewissen verbleiben. Da nur sehr wenigen die Rückkehr nach Deutschland genehmigt wurde, ging Salo Weitz wahrscheinlich in seine Geburtsstadt Kolomea zurück. Ein Brief an seinen Bruder Max Weitz aus Kolomea war das letzte bekannte Lebenszeichen von Salo Weitz. Über sein weiteres Schicksal kann nur spekuliert werden. Möglich ist, dass er unter den dort herrschenden Bedingungen starb. Spätestens mit der Errichtung eines Ghettos in Kolomea nach der Eroberung durch deutsche Truppen im Sommer 1941 gab es nur noch minimale Überlebenschancen. Denkbar ist ebenfalls, dass Salo Weitz Opfer der seit 1942 stattfindenden Massenerschießungen in Kolomea wurde. Schließlich ist es auch nicht auszuschließen, dass Salo Weitz bis zur Liquidierung der Ghettos in Kolomea überlebte und dann nach Belzec ins Vernichtungslager deportiert und dort vergast wurde. Belzec lag südlich von Lublin unweit der Stadt Zamosc im damaligen sog. „Generalgouvernement“, an der heutigen Grenze zur Ukraine. In Belzec wurden zwischen März und Dezember 1942 laut SS-Zählungen 434.508 Menschen ermordet.

Patenschaft: Arwed-Rossbach-Schule

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