Biografie von Rosa Lea Rubinstein
Jacobstr. 7
Rosa Lea Rubinstein
Als am 16. Juli 2013 ein Stolperstein für Irma Rosenhein in die Zschochersche Str. 87 gelegt wurde, fand auch das Schicksal von Rosa Lea Rubinstein seine Aufmerksamkeit. Nachdem Irma Rosenheins Tochter Bertel mit einem Kindertransport nach England gerettet werden konnte und im August 1940 ihr schwerkranker Mann starb, nahm sie die 10-jährige Rosel Rubinstein zur Pflege. Rosels Mutter war seit 8 Jahren tot und ihr Vater in Polen.
Rosel Rubinstein wurde am 17.11.1929 in Leipzig geboren. Nach der Aufnahme durch Frau Rosenhein wohnte sie mit ihr zusammen in einem der sogenannten "Judenhäuser" am Nordplatz 7. In einem Brief an ihre Tochter Bertel schrieb Irma am 26.09.1941: "... Meine Pflegetochter Rosel ist sehr gewachsen und wird im November 12 Jahre. Sie ist aber schwer zu erziehen & muß man immer hinter ihr her sein. ...". Rosel war offenbar ziemlich temperamentvoll.
Das Mädchen kam am 21. Januar 1942, unmittelbar nach der Deportation ihrer Pflegemutter Irma Rosenhein nach Riga, in das Kinderheim in der Jacobstr. 7. Das Heim, das sich bis 1939 in 9 Zimmern einer Etage befand, wurde von der Israelitischen Religionsgemeinde, namentlich vom "Felix-Goldmann-Verein" getragen. Der hatte es ca. 1934 dort einrichtet. Es bestand in dieser Trägerschaft bis 1939 und beherbergte zu dieser Zeit noch 20 Kinder. Ende 1939 musste es in die Rechtsträgerschaft der "Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" übergeben werden. Das Haus Jacobstraße 7 diente ab Ende 1939 auch als eines der sogenannten "Judenhäuser". Die Kinder wurden von den 1942 beginnenden Deportationen ebenfalls erfasst und zum größten Teil deportiert. Nur verschwindend wenigen gelang es, in die Obhut von Verwandten zu kommen und mit ihnen auszuwandern.
Rosa gehörte zu den letzten 20 Heimkindern, die mit der Heimleiterin Gertrud Herrmann am 13.07.1942 nach Auschwitz deportiert wurden. Für die Pädagogin liegt in der Funkenburg Str. 26 ein Stolperstein.
Rosel war 12 Jahre alt.
Recherchen: Dr. Andrea Lorz (AG Stolpersteine)
Patenschaft: Monika Keller
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