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Rechtsanwalt Dr. Hauptmann

Biografie von Dr.jur. Max Carl Hauptmann

Dr. Max Carl Hauptmann ist in Gera geboren und hat 40 Jahre in Gera gelebt. Er war
ein bekannter jüdischer Anwalt und Notar. Der Stolperstein liegt vor seiner Kanzlei, die er gemeinsam mit dem ebenfalls damals sehr bekannten Dr. Rudolf Paul führte.
Das Haus Johannisstraße 13 stand noch bis 1977. Aus städtebaulich-ideologischen Gründen wurde die gesamte Südwestseite der Johannisstraße radikal abgerissen. Die Straßenbahngleise wurden verlegt und bekamen den heute sichtbaren Verlauf.

Als Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg hatte Dr. Hauptmann sein linkes Bein verloren. Er studierte Jura in Jena und Heidelberg. Ab 1920 wieder in Gera war er in verschiedenen Positionen als Richter tätig. Seit 1924 praktizierte er sehr erfolgreich als Rechtsanwalt und Notar.

Kurz nach der „nationalsozialistischen Machtergreifung“ wird er arbeitslos. Bereits im April 1933 gehen seine Geschäftsvorfälle gegen Null. Grund ist der „Judenboykott“ vom 1. April und das „Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft vom 7.4.1933“. Stufenweise wird ihm das Notariat, die Zulassung vor Gericht und die Mandaten-Vertretung entzogen. Dass das bei ihm nicht schlagartig geschieht, nennt man das „Frontkämpferprivileg“. Die Kanzlei muss er aufgeben. Er mietet auf Dauer ein Arbeitszimmer in Geras größtem Hotel „Schwarzer Bär“ Schloßstraße. (nach 1945 enteignet, zuletzt HO-Hotel, gesprengt und abgerissen). Er selbst wohnte Tivolistr. 8, später Amthorstr. 1a jeweils zur Miete.

Eine besondere Rolle spielte sein Wohn- und Geschäftshaus Zschochernstraße 32. Die Mieten waren seine letzte Einnahmequelle. Schon Mitte der 1930er Jahre bietet er einst gut situierten, dann mittellos gewordenen jüdischen Familien Unterkunft, nicht zuletzt seinen Verwandten. Doch die Mieterträge sinken, denn die Mieter sind nicht mehr solvent. Ab 1938 machen es die Geraer Stadt-Nazis zu einem der offiziellen Geraer Judenhäuser. Mindestens 21 erwachsene jüdische Personen teilen sich 2 Wohnungen. 1939- für kurze Zeit- wohnen auch seine Eltern noch hier.

Doch da ist er schon in Argentinien. 1937 war er geflohen. Auf der Überfahrt erleidet er einen Schiffbruch. Er heiratet in Argentinien die jüdische deutsche Frau Hella Weile. Die Ehe bleibt kinderlos. 1961 stirbt Dr. Max Carl Hauptmann nach kurzer schwerer Krankheit. Da ist er 64 Jahre alt. Zahlreiche seiner Familienmitglieder, darunter seine Eltern, sind im Holocaust umgekommen. Der Stolperstein wurde am 17.09.2016 verlegt. mw2026

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