Biografie von Minna Meyer, Nathan Meyer, Edith Hannelore Cohn und Klara Wege
Minna Seckel, eine Witwe, wohnte mit der vierjährigen Tochter Edith Hannelore Cohn in Düsseldorf. Am 16.02.1937 heiratete sie den Kaufmann Leo Meyer und sie zogen gemeinsam nach Hilden in die Gerresheimer Straße 191. Das Haus gehörte Leo Meyers Eltern, einem Viehhändler namens Nathan Meyer und dessen Frau Maria, geb. Rosenberg. Sie wohnten im Nachbarhaus.
Als Folge der neuen antijüdischen Verordnungen musste Nathan Meyer seinen Viehhandel im November 1937 einstellen.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 drang ein Schlägertrupp in das Haus von Nathan und Maria Meyer ein, zerstörte die Einrichtung und misshandelte Nathan Meyer. Der Schlägertrupp gelangte auch in das Haus der Familie Leo Meyers. Dort zerstörten sie das Mobiliar und schlugen auf Leo Meyer ein. Leo Meyer bat seine Peiniger von ihm abzulassen und verwies dabei auf seine Vergangenheit als Frontsoldat im 1. Weltkrieg. Nach diesem Hinweis ließen die Schläger von Leo Meyer ab, wobei sie abschließend noch einen Schrank auf ihn warfen.
Nachdem der Trupp abgezogen war, wurde der Vater, der sehr schwer verletzt war, von Leo Meyer ins Nachbarhaus und mittags ins Marienhospital nach Düsseldorf gebracht, wo er seinen Verletzungen am 12.November 1938 erlag. Nathan Meyer ist somit ein Hildener Opfer der Reichspogromnacht.
Nach diesen schrecklichen Ereignissen plante die Familie eine Flucht nach Ecuador. Doch der Plan scheiterte.
Während Leo Meyer untertauchen konnte, wurden Minna Meyer und ihre Tochter nach Düsseldorf in ein Judenhaus in der Steinstraße gebracht. Von dort aus wurden beide nach Minsk deportiert und sind dort wohl gestorben.
Klara Meyer, die Tochter von Nathan und Maria Meyer, heiratete im Jahr 1932, nahm den Namen ihres Ehemanns Wege an und zog zu ihrem Ehemann nach Düsseldorf. Hier nahm sie auch nach der Pogromnacht ihre Mutter auf.
Am 10.11.1941 wurde Klara ebenfalls nach Minsk deportiert, wo sie später auch umkam. Sie war im gleichen Transport wie ihre Schwägerin Minna Meyer und deren Tochter Edith Hannelore Cohn.
Quelle: Arbeitskreis Stolpersteine(Hrsg.): Steine gegen das Vergessen. Stolpersteine Hilden. 2. Auflage. Hilden 2013. Seite 26/27.
(Lars Gasche)
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