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Famile Bernstein

Biografie von Henry und Rolf Bernstein

Henry Bernstein
geb. 21.01.1896 in Winsen am 28.09.1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet

Rolf Bernstein
geb. 16.03.1929 in Düsseldorf
ermordet am 28.02.1945 in Auschwitz

Henry Bernstein war Kaufmann, er hatte seine Ausbildung in Benrath absolviert, im Möbel- und Textilgeschäft Heumann, und dort auch nach Beendigung seiner Lehre bis 1924 gearbeitet. Seine Tätigkeit wurde nur von 1914 bis1918 unterbrochen, er kämpfte als Soldat im 1. Weltkrieg und erhielt dafür noch 1935 das Ehrenkreuz für Frontkämpfer.
Im Mai 1924 machte er sich selbständig und gründete zusammen mit einem Partner ein Versandgeschäft für Textil- und Schuhwaren, Standort Hilden. Zwei Jahre später heiratete er Martha Heumann, eine Tochter seines früheren Chefs, der inzwischen verstorben war. Als 1929 der Sohn Rolf geboren wurde, lebten Henry und Martha Bernstein schon in der Mettmanner Str. 76. Martha Bernstein war eine sehr gute Pianistin, die auch gelegentlich Konzerte gab. Insgesamt pflegte die Familie durchaus gute nachbarschaftliche Kontakte.
Im Jahr 1935 trat eine neue, gegen Juden gerichtete Gewerbeordnung in Kraft und Henry Bernstein musste sein Geschäft einstellen. Er arbeitete wieder im Geschäft seiner Schwiegermutter in Benrath, die Familie lebte aber weiterhin in Hilden, wo Rolf Bernstein die katholische Grundschule Augustastraße besuchte.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 drang der Schlägertrupp von SS und SA, der schon bei Familie Sommer alles zerstört hatte, auch bei den Bernsteins ein.
Die Männer zerschlugen Möbel und misshandelten Henry Bernstein, ließen allerdings Frau Bernstein und den Sohn Rolf in Ruhe.
Die Familie ging zunächst zurück nach Benrath. Aber weil auch dort nach den Zerstörungen in der Pogromnacht kein sicheres Leben mehr möglich war, wollte Henry Bernstein über die Niederlande nach Amerika auswandern. Das gelang nicht, im Jahr 1940 wurden die Niederlande von den Deutschen besetzt und die Juden mussten untertauchen. Rolfs niederländischer Lehrer Benjamin Blankenstein versteckte die Familie Bernstein auf dem Dachboden seines Hauses, wurde dann aber im Juni 1944 verraten und zusammen mit den Untergetauchten von einem Militärgericht in Amsterdam verurteilt. Er kam 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben. Familie Bernstein kam ins Lager nach Westerbork und von dort aus deportierte man sie am 2. August 1944 nach Theresienstadt, wo Martha Bernstein überlebte. Henry Bernstein wurde am 28. September 1944 nach Auschwitz transportiert und dort ermordet, nicht ganz einen Monat später, am 23. Oktober 1944 geschah dasselbe mit Rolf Bernstein.

Quelle:
Arbeitskreis Stolpersteine Hilden. Steine gegen das Vergessen. Stolpersteine Hilden. 2. Auflage. Hilden 2013. S.40,41.

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