Biografie von Sophie Gonsenheimer geb. Löwenstein, Henny Gonsenheimer, Paul Gonsenheimer und Max Gonsenheimer
Die Familie Gonsenheimer lebte bereits seit 1796 in Kleve. 1899 eröffnete Hermann Gonsenheimer ein Textilgeschäft, das sich zu einer der großen Klever Kaufhäuser entwickelte. 1902 heiratete er in Ahaus Sophie Löwenstein. Drei Kinder wurden geboren, Henny, Paul und Max.
Nach dem Tod von Hermann Gonsenheimer 1928 führte seine Witwe das Geschäft weiter. Anfang 1930 wurde das Kaufhaus Gonsenheimer nach Plänen des niederländischen Architekten Gerrit Thomas Rietveld umgebaut und erweitert. Unterstützt wurde Sophie Gonsenheimer durch ihren Sohn Max, der eine kaufmännische Lehre absolviert hatte.
Nach der Machtergreifung war das Kaufhaus sofort von den Boykottmaßnahmen betroffen und musste schon im August 1933 Konkurs anmelden; das Geschäft wurde zunächst verpachtet, 1939 erfolgte die „Arisierung“. Auch privat wurde die Familie drangsaliert. Max Gonsenheimer ließ sich für seinen kranken Bruder Paul wegen dessen angeblich „rasseschänderischer Beziehung“ zu einem nichtjüdischen Mädchen durch die Straßen treiben und wurde acht Tage im Gefängnis in der Krohnestraße inhaftiert. Danach verließ er Kleve. Nach der Pogromnacht 1938 kam er in Schutzhaft ins KZ Sachsenhausen. Anschließend flüchtete er über die niederländische Grenze und es gelang ihm von dort mit einer jüdischen Organisation illegal nach Palästina einzuwandern. Sophie und Henny Gonsenheimer wurden am 26. Oktober 1941 gezwungen ihre Wohnung in der Tiergartenstraße verlassen und mit dem ersten
Transport, der aus dem Rheinland nach Osten ging, in das Ghetto Litzmannstadt / Łódź deportiert. Sophie Gonsenheimer starb im Ghetto an den unmenschlichen Haftbedingungen; Henny Gonsenheimer wurde im Vernichtungslager Kulmhof / Chelmno ermordet.
Sophie Gonsenheimer geb. Löwenstein (Ahaus 1873 – 1941 Litzmannstadt/Łódź Ghetto)
Henny Gonsenheimer (Kleve 1903 - 1942 Kulmhof/Chelmno Vernichtungslager)
Paul Gonsenheimer (Kleve 1908 – 1935 Kleve)
Max Gonsenheimer (Kleve 1911 – 1994 Haifa, Israel)
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Jenny Löwenstein geb. Berg20 m
Ellen Fargate geb. Franken70 m
Meta Baum110 m
Bernhard Gonsenheimer160 m
Hedwig Müller310 m
Dr. Gerhard Walter Haas340 m
Quellen & Impressum
Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.
mifgash.de
Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.
Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de