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Loni Frieda und Gerhard Rudolf Deußing

Biografie von Loni Frieda und Gerhard Rudolf Deußing

Große Fleischergasse /Jägerhofpassage
Loni Frieda und Gerhard Rudolf Deußing

Bis zu ihrer Deportation 1943 wohnten die Geschwister Loni Frieda und Gerhard Rudolf Deußing (bzw. Braun-Deußing) mit ihren Eltern Friedrich Wilhelm (geb. 15.3.1888 in Oberweimar) und Margarethe Martha Deußing (geb. 22.2.1896 in Stettin) sowie weiteren Geschwistern in der Großen Fleischergasse 14B.
Die Erfassung der Sintifamilie begann bereits im Jahr 1934 durch eine Meldung des Pfarramtes der Thomaskirche im Rahmen einer Anfrage zu "Bastarden", die durch den Leiter des Instituts für Rasse- und Völkerkunde der Universität Leipzig, Prof. Dr. Otto Reche, an das Polizeipräsidium gestellt worden war.
Während die Geschwister ermordet wurden, überlebte der Rest der Sintifamilie den Nationalsozialismus. Laut Aussagen ihres Neffens weigerten sich beide, sich zwangssterilisieren zu lassen, woraufhin sie deportiert wurden.

Das Schicksal von Loni Frieda Deußing ist nicht gänzlich geklärt. Sie wurde am 23.6.1924 in Leipzig geboren und im Februar oder März 1943 mit einem Transport von Sinti und Roma nach Auschwitz deportiert. Ihre Häftlingsnummer war Z-121. Sie wurde am 24.5.1944 aus Auschwitz in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück verlegt, wo sich ihre Spur verliert.

Gerhard Rudolf Deußing (geboren am 7.3.1922 in Leipzig) wurde seit 1939 mehrmals in politische Gefangenschaft genommen, u.a. war er im Polizeigefängnis und der Arbeitsanstalt Riebeckstraße 63 inhaftiert. Schließlich wurde er am 1.3.1943 abermals festgenommen und mit dem letzten Transport Leipziger Sinti und Roma ins KZ Auschwitz deportiert. Seine Häftlingsnummer war Z-99. Er war aller Voraussicht nach ebenso wie seine Schwester im Block BIIe untergebracht. Am 12.4.1943 wurde er ins Stammlager (Auschwitz) überstellt und am 20.1.1944 nach Birkenau rückverlegt. Dort wurde Gerhard Rudolf am 3.3.1944 ermordet.

Patenschaft: Kristina Wermes gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Immanuel-Kant-Gymnasiums Leipzig

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