Biografie von Fritz Fabeyer
Fritz Fabeyer wurde am 22.05.1924 in Osnabrück geboren als ältester Sohn der Eheleute Friedrich Ludwig Fabeyer, geb. 18.11.1890 in Westercappeln und Luise Fabeyer, geb. Langemeyer, geb. am 28.03.1891 in Lechtingen. Am 25.03.1933 stellte die Mutter beim Jugendamt den Antrag auf Aufnahme des achtjährigen Kindes in die Fürsorgeerziehung, "da sie nicht genügend Gewalt über ihn habe, um ihn vor Verwahrlosung zu schützen". Fritz Fabeyer war vom 26.06.1933 bis 14.10.1936 in der Jugendfürsorge. In den Folgejahren ging er verschiedenen Aushilfstätigkeiten nach, immer wieder abgelöst von Heimaufenthalten (u.a. Provinzialerziehungsheim Göttingen). Auch sein jüngerer Bruder Bruno war in Heimen untergebracht, teilweise gemeinsam mit Fritz. Am 16.10.1942 wurde Fritz Fabeyer zur Wehrmacht eingezogen. Am 22.10.1942 floh er von der Truppe, wurde festgenommen und saß von November 1942 bis zum 14.04.1943 in Hannover im Gefängnis. Am 14.04.1943 schrieb er seiner Mutter einen Abschiedsbrief aus dem Gefängnis Wolfenbüttel. Nach dem Krieg berichtete die Mutter vor dem Sonderhilfsausschuss für frühere Häftlinge der Konzentrationslager: "Auf der Flucht von der Wehrmacht im Oktober 1942 teilte mir mein Sohn in einem Briefe mit, daß er sich von der Truppe entfernt hätte, weil er das Unrecht, das Hitler bisher an der Menschheit, besonders gegenüber den Juden, begangen habe, durch seinen Kampf für ein solches System nicht decken könnte. Deshalb schriebe ihm sein Gewissen vor, die Truppe zu verlassen. Mein Sohn wollte nach dem Inhalt dieses Briefes versuchen, ins Ausland zu gelangen." Fritz Fabeyer war bei seiner Hinrichtung im Gefängnis Wolfenbüttel am 14.04.1943 19 Jahre alt. Der Sonderhilfsausschuss für ehemalige politische Häftlinge der Stadt Osnabrück lehnte am 14.05.1949 den Antrag der Mutter auf Entschädigung ab, "da der Tod des Sohnes der Antragstellerin nicht infolge nationalsozialistischer Gewaltmaßnahmen aus pol. Gründen eingetreten" sei. Die Mutter legte Widerspruch beim Niedersächsischen Beschwerdeausschuss für Sonderhilfssachen in Oldenburg ein, der am 09.03.1951 endgültig den Antrag ablehnte: "Aus dieser Übersicht ergibt sich, dass der Sohn der Antragstellerin ein haltloser Mensch war, der sich nicht fügen wollte. Es war daher verständlich, dass er sich alsbald der strengen Einordnung der Truppe entzog.
Quellen: Niedersächsisches Landesarchiv - Standort Osnabrück, Rep 430 Dez 304 Akz 2003/068 Nr. 15; Böhne, Lisa: "Osnabrücker Schicksale" - bisher unveröffentliches Manuskript, Osnabrück 2011.
Medien
Fotos
Kostenlos dank Ihrer Hilfe
Diese Biografie ist frei zugänglich. Wenn Ihnen der Stolpersteine Guide gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag.
Danke an Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein und 6 weitere.Stolpersteine in der Nähe
Heinrich Konrad Flottmann410 m
Heinrich Linnemann720 m
Emil Gottschalk760 m
Bernhard Schopmeyer910 m
Bernhard Christel Wiechmann910 m
Heinz Foitzick970 m
Quellen & Impressum
Stadt Osnabrück, Büro für Friedenskultur
Stadt Osnabrück
Fachbereich Kultur
Büro für Friedenskultur
Christine Grewe
Marienstr. 5-6
49074 Osnabrück
Tel. 0541 323-2287
Fax 0541 323-152287
grewe.c@osnabrueck.de
www.osnabrueck.de/friedenskultur
www.facebook.com/buerofuerfriedenskultur