Biografie von Friedrich Herr
Friedrich Herr
* 21.09.1914 † 28.01.1995 Mechaniker
Friedrich, genannt Fritz, war der Sohn von
Ludwig und Lina Herr. Er hatte noch vier
weitere Geschwister. Sein Vater starb 1945
im KZ Neuengamme. Fritz war verheiratet
mit Clothilde. Sie war politisch nicht engagiert
und hatte sich aufopfernd um die Familie
gekümmert.
Friedrich Herr war schon als Jugendlicher
beim Spartakusbund, später beim Kommunistischen
Jugendverband der KPD. Bereits
Im April 1933 wurde er erst im KZ Heuberg
und später im KZ Oberer Kuhberg bei Ulm
inhaftiert. Er blieb kontinuierlich in Haft bis
zum 19.05.34. Während dieser Zeit war auch
sein Vater Ludwig dort eingesperrt, ohne jedoch
Kontakt zu ihm zu haben. In den Jahren 1935 und 1936 wurde er jeweils für acht Tage in der Stuttgarter SS-Zentrale, dem Hotel Silber, in Schutzhaft genommen.
Auch mehrere Inhaftierungen im Jahre 1937 sind dokumentiert.
Im August 1939 erschien die Gestapo in der Wohnung der Familie und wollte Friedrich
erneut verhaften. Doch dieser war, entgegen einem Sperrvermerk von der Wehrmacht,
eingezogen worden. Als Soldat in Russland wurde er schneeblind.
Nachdem er nicht mehr kampff ähig war, konnte er dort durch Zufall beim Abflug eines hohen Nazioffi ziers mit in dessen Flugzeug gelangen. In Frankreich und
Italien war er ebenfalls als Soldat eingesetzt.
In Italien erfuhr er durch einen Brief vom Tod seines Vaters. Um sich um seine Familie
kümmern zu können, setzte er sich von der Truppe ab und ging zu Fuß von der Poebene
bis nach Hause. Auch nach Ende des Weltkrieges war es aufgrund seiner politischen Einstellung für ihn sehr schwer, Arbeit zu bekommen. Er arbeitete
zeitweise als Kreissekretär im Büro der KPD in Luwigsburg. Um das Auskommen
für die Familie zu sichern, arbeitete seine Frau beim Bahnpostamt.
1947 – 1953 war er Stadtrat der KPD in Kornwestheim.
Mit seiner Frau Lina Herr gehörte er nach dem Ende des Krieges zu den Gründungsmitgliedern der VVN Ludwigsburg
Renate Benger-Wagner
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Quellen & Impressum
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Die Initiative Stolpersteine Kornwestheim mit Sitz in Kornwestheim verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.
Zweck der Körperschaft ist die Förderung des Andenkens an Verfolgte des NS-Regimes. Die Initiative fördert das Andenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Kornwestheim. Um dies zu erreichen, engagiert sie sich für eine menschenbezogene lokale Geschichts-wahrnehmung. Sie unterstützt die Wahrung von Menschenrechten und Demokratie.
Dazu unterstützt die Initiative Stolpersteine Kornwestheim das bundesweit und darüber hinaus praktizierte Stolperstein-Konzept des Kölner Künstlers Gunter Demnig und setzt es vor Ort um. Das heißt, die Mitglieder der Initiative Stolpersteine Kornwestheim recherchieren die Geschichten von Nachbarinnen und Nachbarn, die während der Zeit des NS-Regimes von Kornwestheim aus deportiert und ermordet wurden. Vor dem letzten Zuhause dieser Menschen in Kornwestheim verlegt dann Gunter Demnig einen Gedenkstein mit einer Messingplatte im Boden, in den die Lebensdaten des betreffenden Menschen eingraviert sind. Die Initiative Stolpersteine Kornwestheim dokumentiert die Geschichte dieser NS-Opfer und macht sie in digitaler und gedruckter Form der interessierten Öffentlichkeit zugänglich.
Darüber hinaus recherchiert die Initiative Stolpersteine Kornwestheim auch Ereignisse in Kornwestheim während der Nazi-Herrschaft, die nicht direkt in das Muster der Stolperstein-Idee passen: Die Geschichten von Menschen beispielsweise, die verfolgt wurden und überlebt haben. Die Geschichten von Menschen, die in Kornwestheim ermordet wurden, aber von anderen Orten als Gefangene oder Zwangsarbeiter hierher gebracht wurden. Die Geschichten von Menschen aus der Stadt, die sich gegen das NS-System mit größerem oder kleinerem Engagement auflehnten. Auch die Ergebnisse dieser Recherchen werden anschaulich aufbereitet und in digitaler und gedruckter Form der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Körperschaft ist selbstlos tätig; sie verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke. Mittel der Körperschaft dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln der Körperschaft. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
Bei Auflösung oder Aufhebung der Körperschaft oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen der Körperschaft an die Bürgerstiftung Kornwestheim mit der Maßgabe, es unmittelbar und ausschließlich für die Förderung des Andenkens an Verfolgte des NS-Regimes in Kornwestheim zu verwenden.
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