Biografie von Lina Herr
Lina Herr
* 01.02.1890 † 09.08.1967
Hausfrau/Straßenverkäufer
Als eines von sechs Geschwistern wurde Lina Herr am 01.02.1890 geboren.Ihre Mutter
verstarb im Alter von 42 Jahren an den Folgen einer Frühgeburt. Ihr Vater trank
und Lina musste sich um die Geschwisterund den Haushalt kümmern.
Im Jahre 1912 lernte sie Ludwig Herr kennen,den sie später auch heiratete. Nicht nur in
ihrer Ehe, auch politisch standen sich Ludwig und Lina sehr nahe. Aus der Beziehung
gingen fünf Kinder hervor. Seit 1915 wohnte die Familie Herr in Kornwestheim, zuerst in
der Holzgrundstraße. Später wohnte Lina in der Lessingstraße, Stuttgarter Straße und
Breslauer Straße.
Während der Nazidiktatur musste Lina Herr die ganze Last für die Versorgung der
Familie alleine tragen. Nirgendwo bekam sie Arbeit. Selbst einfache Putzarbeiten auf
dem Rathaus wurden ihr verwehrt. So lebte die Familie vom Verkauf von Teigwaren.
Bei Wind und Wetter war sie unterwegs, um ihre Ware zu verkaufen.
Der 18-jährige Sohn wurde im Konzentrationslager Oberer Kuhberg inhaftiert und
musste mehrere Aufenthalte im berüchtigen „Hotel Silber“ in Stuttgart erleiden.
Der 21-jährige Sohn Wilhelm musste in die
Emigration fliehen.
Nicht nur ihre Söhne und ihr Mann wurden Opfer des NS-Regimes, sondern auch Lina
wurde mehrfach in diversen Frauengefängnissen
inhaftiert. So sind folgende Haftzeiten von Lina Herr dokumentiert:
Ludwigsburg: 11.02. – 22.03.1933
Stuttgart: 22.03. – 31.03.1933
Gotteszell: 31.03. – 14.04.1933
Nach dem Ende des Krieges gehörte Lina Herr mit ihrem Sohn Friedrich zu den Gründungsmitgliedern der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), Kreis
Ludwigsburg.
Ein schwerer Schlag traf Lina, als im Jahr 1962 die
jüngste Tocher Charlotte bei einem Autounfall getötet wurde.
An der Ruhestätte von Lina Herr und ihrer Tochter Charlotte Robaczewski wurde 1979
ein Gedenkstein mit der Aufschrift Ludwig Herr – Widerstandskämpfer 08.05.1890 –
24.01.1945 angebracht. Seit 2013 gibt es auch einen Stolperstein für Ludwig Herr.
Renate Benger-Wagner
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Ludwig Herr< 10 m
Friedrich Züfle630 m
Friedrich Tiefenbacher650 m
Michael Wolff760 m
Julius Löw780 m
Georg Müller890 m
Quellen & Impressum
Satzung der Initiative Stolpersteine Kornwestheim
Die Initiative Stolpersteine Kornwestheim mit Sitz in Kornwestheim verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.
Zweck der Körperschaft ist die Förderung des Andenkens an Verfolgte des NS-Regimes. Die Initiative fördert das Andenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Kornwestheim. Um dies zu erreichen, engagiert sie sich für eine menschenbezogene lokale Geschichts-wahrnehmung. Sie unterstützt die Wahrung von Menschenrechten und Demokratie.
Dazu unterstützt die Initiative Stolpersteine Kornwestheim das bundesweit und darüber hinaus praktizierte Stolperstein-Konzept des Kölner Künstlers Gunter Demnig und setzt es vor Ort um. Das heißt, die Mitglieder der Initiative Stolpersteine Kornwestheim recherchieren die Geschichten von Nachbarinnen und Nachbarn, die während der Zeit des NS-Regimes von Kornwestheim aus deportiert und ermordet wurden. Vor dem letzten Zuhause dieser Menschen in Kornwestheim verlegt dann Gunter Demnig einen Gedenkstein mit einer Messingplatte im Boden, in den die Lebensdaten des betreffenden Menschen eingraviert sind. Die Initiative Stolpersteine Kornwestheim dokumentiert die Geschichte dieser NS-Opfer und macht sie in digitaler und gedruckter Form der interessierten Öffentlichkeit zugänglich.
Darüber hinaus recherchiert die Initiative Stolpersteine Kornwestheim auch Ereignisse in Kornwestheim während der Nazi-Herrschaft, die nicht direkt in das Muster der Stolperstein-Idee passen: Die Geschichten von Menschen beispielsweise, die verfolgt wurden und überlebt haben. Die Geschichten von Menschen, die in Kornwestheim ermordet wurden, aber von anderen Orten als Gefangene oder Zwangsarbeiter hierher gebracht wurden. Die Geschichten von Menschen aus der Stadt, die sich gegen das NS-System mit größerem oder kleinerem Engagement auflehnten. Auch die Ergebnisse dieser Recherchen werden anschaulich aufbereitet und in digitaler und gedruckter Form der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Körperschaft ist selbstlos tätig; sie verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke. Mittel der Körperschaft dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln der Körperschaft. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
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